Partnerschaftstreffen war voller Erfolg
Integration war Thema
Das internationale Partnerschaftstreffen war ein voller Erfolg. Das bekräftigten zum Abschluss die Delegationen aus der französischen Partnerstadt Le Mans, der englischen Partnerstadt Bolton und der Gastgeberstadt Paderborn. Erstmalig fand im Rahmen der dreitägigen Veranstaltung eine Tagung zum Thema „Kommunale Integrationsprogramme“ im Paderborner Rathaus statt. Wie kann eine gleichberechtigte Teilnahme aller Zuwandergruppen am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben ermöglicht werden – war die zentrale Fragestellung. Auf Initiative von Paderborns Bürgermeister Heinz Paus und des Partnerschaftskomitees war dieses Thema auf die Tagesordnung des Partnerschaftstreffens gesetzt worden. Gut 60 Teilnehmer (14 aus Le Mans und 9 aus Bolton sowie zahlreiche Paderborner Ratsmitglieder und Mitglieder des Ausländerbeirats) nahmen zuerst die Referate aus den drei Partnerstädten entgegen. Sozialdezernent Wolfgang Walter informierte über die Situation in Paderborn. Dabei berichtete er über die Zielvorgabe für die Integration, die im Stadtentwicklungsbericht dargelegt ist. Offenheit gegenüber den ausländischen Menschen, sie als Chance für die Entwicklung Paderborns zu begreifen und zu ermutigen, sich auf unsere Gesellschaft einzulassen, andererseits aber auch ihre Herkunft und Kultur nicht zu vergessen – sah er dabei als wichtige Grundsätze. Walter berichtete über das sehr erfolgreiche Projekt „Interkulturelles Lernen“ in drei Kindertageseinrichtungen der Stadt. Bei diesem Modellversuch lernen in den Einrichtungen Heidehaus, Mistelweg und Münsterstraße ausländische Mütter der Kindergartenkinder nachmittags deutsch. Weniger mangelnde Sprachkenntnisse unter den Ausländern, sondern typische Unterschichten-Phänomene sind die Schwerpunkte der Situation der Ausländer in Paderborns französischer Partnerstadt Le Mans. Die Beigeordnete Dominique Niederkern berichtete über den Versuch der Stadt, mit aktiver Siedlungspolitik geschlossene Quartiere zu vermeiden. Bewährt hätten sich die 40 Streitschlichter, die nachts unterwegs sind. Die Erfahrungen aus Paderborns englischer Partnerstadt Bolton fasste John Lord von der dortigen Stadtverwaltung zusammen. Er nannte Beispiele institutionalisierter Teilhaber, mit denen die Stadt gute Fortschritte erzielt habe. Ausländer gehörten aufgrund der Zuwanderungstradition des Commonwealth-Mutterlandes schon viel enger als in Deutschland zum Stadtbild. Beispiele anderer deutscher Städte nannte Gabriele Erpenbeck, die Ausländerbeauftragte Niedersachsens. Die Zuwanderung sei ein ständiger Prozess, der auch in Zukunft nicht abgeschlossen sein werde. Sie ging bei ihrem Vortrag insbesondere auch auf die Teilnahme der Ausländerinnen und Ausländer an der gesellschaftlichen Entwicklung ein. Dass das Paderborner Rathaus zum internationalen Konferenzzentrum werden konnte, ist den Experten der Firma „The English School Paderborn“ zu verdanken. Für den richtigen Ton sorgten die Dolmetscher des „Ara-Dolmetscher-Dienstes“. Die Delegationen aus den Partnerstädten besuchten außerdem die Syrisch-Orthodoxe Kirchengemeinde St. Aho, das Jugendkulturzentrum "MultiCult" und den Neuhäuser Schlosspark. Beim Europafestival und einem Bummel über die Kirmes konnten sie das Libori-Fest genießen.