Für das PADERBORN-JOURNAL: Im Gespräch mit Bürgermeister Heinz Paus
Ganz nah erholen
Die Paderborner wissen sie schon seit Jahren zu schätzen. Immer mehr Gäste schwärmen bei ihren Besuchen: Das Grün in Paderborn hat viele Freunde. Ob die Naherholungsgebiete im Haxtergrund und an den Fischteichen, das Paderquellgebiet oder der Schloß- und Auenpark – die grünen Ecken in der Stadt sind vor allem in den Sommermonaten beliebte Ausflugsziele. Was tut die Stadt Paderborn, um diese Grünflächen zu erhalten, welche Planungen gibt es im Naherholungsbereich? Antworten auf diese Fragen bekam das PADERBORN-JOURNAL von Paderborns Bürgermeister Heinz Paus. Paderborn-Journal: Die Urlaubs- und Reisezeit ist vorüber. Jetzt orientieren sich viele wieder verstärkt auf die „grünen Lungen“ in der Stadt. Ist man darauf vorbereitet? Bürgermeister Heinz Paus: Mit Sicherheit. Wir stecken eine Menge Geld in die Unterhaltung unserer Grünanlagen, weil wir wissen, dass sie für die Lebensqualität der Stadt Paderborn sehr wichtig sind. Paderborn hat gerade hier einiges zu bieten. In welcher anderen Großstadt beginnt schon unmittelbar neben der Haupteinkaufsstraße ein Grüngürtel, der sich in malerischer Art und Weise durch die Stadt zieht? Oder denken sie an das Phänomen der Paderquellen, das nicht nur viele Paderbornerinnen und Paderborner, sondern auch viele Besucher immer wieder fasziniert. Paderborn-Journal: Nun sind Naturgegebenheiten nicht immer der Garant dafür, dass es mit der Naherholung klappt. Welches Konzept verfolgt die Stadt bei der Entwicklung ihrer Grünzonen? Bürgermeister Heinz Paus: Wir haben ein konkretes Naherholungskonzept, das seit einigen Jahren bereits umgesetzt wird. Vorrangiges Ziel dieses Konzeptes ist es, die natürliche Umwelt als herausragenden Standortfaktor der Stadt Paderborn zu schützen, zu verbessern und sowohl im Sinne des Gemeinwohls als auch der speziellen Umweltfunktionen zu entwickeln. Dazu gehört nicht nur die zukunftsfähige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen der Stadt, sondern vor allem auch ihr Schutz. Paderborn-Journal: Beispiel Haxtergrund. Was tut die Stadt hier? Bürgermeister Heinz Paus: 1992 hat die Stadt Paderborn das Gebiet gekauft. Seitdem wurde dort ein langfristiges Entwicklungskonzept umgesetzt. Dazu gehörten beispielsweise die Neugestaltung des Spielplatzes als Abenteuerspielplatz, die Neuordnung und Erweiterung des Parkraums, die Gründung einer Waldschule oder auch der Waldlehrpfad. Angelegt haben wir dort auch eine Obstwiese, auf der alte heimische Streuobstsorten erhalten werden sollen. Im kommenden Jahr wird im Haxtergrund das Arboretum in vollem Umfang zur Verfügung stehen. In diesem forstlichen Lehr- und Pflanzgarten können heimische Bäume und Sträucher unter die Lupe genommen werden. Paderborn-Journal: Worauf können sich Paderbornerinnen und Paderborner an den Fischteichen einstellen? Bürgermeister Heinz Paus: Paderborns ältestes Naherholungsgebiet liegt uns natürlich besonders am Herzen. Als Bürgermeister Franz-Georg Franckenberg 1889 vorschlug, das öde und unfruchtbare Heidegebiet der Dubeloh in eine Landschaft aus Wald, Teichen und Wiesen zu verwandeln, musste er sich gegen große Widerstände durchsetzen. Heute zweifelt wohl keiner mehr daran, dass seine Entscheidung richtig war: Die Fischteiche sind beliebt. Deshalb haben wir auch in den letzten drei Jahren mit maßgeblicher Förderung des Landes fast 500.000 Euro in die Aufwertung dieses Gebietes gesteckt. Ob der Wegeausbau, die Neugestaltung des Spielplatzes, die Schaffung zusätzlicher Ruhezonen oder die Anlage einer Uferpromenade am Hausteich – das sind nur einige Maßnahmen von vielen, die die Attraktivität der Fischteiche weiter erhöht haben.