Gegen frauendiskriminierende Werbung
Gleichstellungskommission will Verträge ergänzen
Die sexistische Werbung im öffentlichen Straßenraum soll nicht mehr länger geduldet werden. Deshalb sollen Verträge mit der Deutsche Städte Medien (DSM) - sie ist zuständig für die Plakatflächen unter anderem an den Bushaltestellen - dahingehend geändert werden, dass anstößige Plakate sofort abgehängt werden können. Das fordert die Gleichstellungskommission der Stadt Paderborn und empfiehlt damit dem am Donnerstag tagenden Rat die Richtung seiner Entscheidung. Er beschäftigt sich auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit dem Thema. Die Gleichstellungskommission und im Besonderen die städtische Gleichstellungsbeauftragte hatten sich bereits zu Beginn des Jahres mit der Frage beschäftigt, wie die sexistische Werbung im öffentlichen Straßenraum unterbunden werden kann. So wurde bereits der Gleichstellungsausschuss des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen eingeschaltet. Auf die Paderborner Initiative hin liegen jetzt bereits Vertragsklauseln vor, quasi als juristische Handhabe, um bei neuerlichen Plakaten, diese möglichst schnell wieder abzuhängen. "Das Präsidium des Städte- und Gemeindebundes müsste sich jetzt damit befassen, um mit einer Art Mustersatzung den Städten das nötige Rüstzeug für die Verhandlungen mit der DSM zu geben", so Petra Hensel-Stolz. Die Gleichstellungsbeauftrage der Stadt betont, dass es hier nicht um Prüderie gehe, sondern um die Würde von Frauen. "Wir sind kein Freiwild, das immer wieder für auflagensteigernde Sexwerbung herhalten soll", so Hensel-Stolz, der es besonders darum geht, mit dieser juristischen Handhabe ein Mittel zu haben, um schnellstmöglich sexistische Werbung wieder abhängen zu lassen.