Ein Muss für Kammermusikfreunde

Beethoven-Septett

Beim Stichwort "Septett" denken Kammermusikfreunde zuerst an das Septett für Streicher und Bläser Es-Dur op. 20 von Ludwig van Beethoven. Das Werk ist ein Muss für eine Kammermusikreihe. Am Dienstag, 19. Februar, ist es beim 4. Kammerkonzert der Saison im Audienzsaal des Neuhäuser Schlosses soweit. Das Kulturamt der Stadt Paderborn präsentiert das Tschechische Nonett in Septett-Besetzung. Der Konzertbeginn ist um 20 Uhr, um 19.30 Uhr gibt es für die besonders Interessierten eine Einführung ins Programm. Karten gibt es beim Paderborner TicketCenter am Marienplatz, Telefon (05251) 29 97 50. Das Beethoven-Septett war von der Uraufführung im Jahre 1800 an so populär, dass es eine neue Gattung der Kammermusik begründete. Die sechs Sätze geben einen geradezu schulbuchmäßigen Überblick über die Formmodelle der Wiener Klassik. Zu den Nachfolgern, die die Gattung belebten, gehörte der Schwede Franz Berwald. Sein 1828 entstandenes Septett steht ebenfalls auf dem Programm, außerdem die "Serenata in vano", die der dänische Komponist Carl Nielsen 1914 komponierte, ein Quintett für Bläser und Streicher. Das Tschechische Nonett, das zu diesem Konzert allerdings nur zu siebt anreist, zählt nicht nur zu den ältesten kontinuierlich erneuerten, aber stets präsenten Kammermusik-Ensembles der Welt, sondern ist auch wegen seiner ungewöhnlichen Besetzung von einzigartigem Zuschnitt. Als es 1924 am Prager Konservatorium gegründet wurde, erwartete wohl damals kaum einer, dass dieses Ensemble erfolgreich bis in 21. Jahrhundert existieren würde. Von Anfang an jedoch zog das Ensemble große Aufmerksamkeit der Fachleute wie auch der interessierten Öffentlichkeit auf sich. Dank seiner ungewöhnlichen Instrumentierung (Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn) schuf das Ensemble einen fast unerschöpflichen Vorrat an farbenreichen Programmkombinationen - und fast den "Sound" eines Kammerorchesters.