Neujahrsempfang der Stadt Paderborn
Positive Jahresbilanz
Rund 150 Gäste konnte Bürgermeister Heinz Paus beim Neujahrsempfang der Stadt Paderborn am 1. Januar im Rathaus begrüßen. Dabei fiel sein Fazit für das abgelaufene Jahr insgesamt sehr positiv aus. Rat und Verwaltung könnten auf ein sehr arbeitsreiches Jahr zurückblieben, in dem oft im breiten Konsens wichtige Weichenstellungen für die Stadt getroffen wurden und zahlreiche Projekte positiv vorangebracht oder abgeschlossen werden konnten. Als Beispiel nannte Bürgermeister Heinz Paus dafür den perfekten Abschluss der Fusion von PESAG und Stadtwerke. Dabei sei ein leistungsstarkes Paderborner Versorgungsunternehmen entstanden, das den Bürgerinnen und Bürgern aus einer Hand Strom, Gas, Wärme und Wasser anbieten könne. Das Vertragspaket sichere die kommunale Hoheit für die Wasserressourcen und schreibe das günstige Preisniveau für Bürger und Wirtschaft fest. Nicht zuletzt auch die im Jahr 2001 um mehr als ein Prozent gewachsene Bevölkerung stelle neue Herausforderungen an die Entscheidungsträger. Hilfreich sei deshalb der mit großem Aufwand und mit reger Anteilnahme der Bürgerschaft erarbeitete Stadtentwicklungsbericht 2010, mit den sich in wenigen Wochen abschließend die politischen Gremien beschäftigen werden. Dass, so Bürgermeister Heinz Paus, Paderborn ein attraktiver Wirtschaftsstandort sei, der gute Rahmenbedingungen für expandierende heimische Unternehmen, Neuansiedlungen und ein optimales Klima für Gründer und Neuansiedlungen biete, sei nicht zuletzt auch auf die so genannten harten Standortfaktoren zurückzuführen. So seien die Preise für Ver- und Entsorgung, Gewerbeflächen sowie Steuern und Abgaben auf einem sehr niedrigen Niveau. Auch im Bereich der Innenstadt und der Freizeit- und Kulturbereiche sei mit der Aktion „Sommer in der Stadt – Bühne frei!“ für ein attraktives Kultur- und Freizeitangebot in der Innenstadt gesorgt. Die zurzeit laufenden Ausstellungen im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und dem Heinz Nixdorf MuseumsForum unterstrichen noch einmal den Anspruch als Kulturstadt. Auch in der Musikszene sei mit der zweiten Auflage des Festivals „Musica sacra“ ein erfreulicher Akzent gesetzt worden. In seinem Ausblick wies Bürgermeister Heinz Paus darauf hin, dass die weitere Entwicklung der Stadt Paderborn ausgesprochen positive Perspektive aufweise. Zwar habe sich die Haushaltssituation in allen Kommunen zusehens verschlechtert, indem zusätzliche Aufgaben ohne zusätzliche Einnahmen auf die Städte verlagert worden seien und dies bei stagnierenden, ja sinkenden Gewerbesteuereinnahmen. Dennoch habe der Rat der Stadt wichtige Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung gestellt. Durch das erfolgreiche Abschneiden der Stadt Paderborn beim Wettbewerb „Ab in die Mitte – die Cityoffensive des Landes Nordrhein-Westfalen“ konnten weitere Mittel für ein noch attraktiveres Kultur- und Freizeitprogramm in der City zur Verfügung gestellt werden. Das 1.000jährige Jubiläum der Krönung von Kunigunde in Paderborn wird mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung des Landschaftsverbandes, der Stadt und verschiedener Sponsoren zu einem Veranstaltungshighlight werden. Obwohl das Land definitiv Zuschüsse für dieses und das nächste Jahr abgelehnt habe, werde jetzt ausschließlich mit städtischen Mitteln der erste Bauabschnitt der Sportanlage im Bereich Goldgrund realisiert. In diesem Jahr würden vier neue Sportplätze eingeweiht werden können. Die Mittel für die Modernisierung des Rolandsbades seien bewilligt. Um diese Investitionen bauplanungsrechtlich abzusichern, sei ein Bebauungsplanverfahren in Gang gesetzt worden, das hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres die Basis dafür schaffe, dass auch dort der erste Spatenstich erfolgen könne. Daneben sei die Stadt Paderborn dabei, in den Paderborner Schulen für eine optimale multimediale Ausbildung der Schülerinnen und Schüler zu sorgen. Mehr als 1.700 Computer stünden bereit, um in diesem Bereich für optimale Ausbildungsmöglichkeiten zu sorgen. Bürgermeister Heinz Paus unterstrich, dass bei allen positiven Perspektiven aber auch wichtige Entscheidungen anstünden, die eine intensiven Beratung und Diskussion erforderten. Dazu gehörten sicherlich die Entscheidung der künftigen Gestaltung des Abdinghofplatzes, die Entscheidung über die alternative Busführung durch die Paderborner Innenstadt, die Entscheidung über den endgültigen Standort für die Westfälischen Kammerspiele, aber auch die Entscheidung über die Neustrukturierung des Paderborner Stadtmarketings und speziell die bessere Vermarktung Paderborns als IT- bzw. Hightech-Standort. Bürgermeister Heinz Paus rief gleichzeitig die Bürgerinnen und Bürger auf, sich an einer reger Diskussion der unterschiedlichen Themen zu beteiligen sowie mit konstruktiven Vorschlägen und Anregungen für eine erfolgreiche Entwicklung der Stadt Paderborn Sorge zu tragen. In seiner viel beachteten und mit großem Applaus bedachten Festrede ging der Leiter des Wissenschaftszentrums des Landes Nordrhein-Westfalen, Professor Dr. Gert Kaiser, auf das Thema“ künftige Eliten“ ein. Er unterstrich die Bedeutung von Forschung und Lehre. Eine wichtige Voraussetzung sei die Ära der Technikskepsis und Technikfeindlichkeit zu beenden. Die Erkenntnis, dass die Beherrschung der Natur durch die Technik und Naturwissenschaft zugleich zur Zerstörung der Natur beigetragen habe, habe dazu geführt, dass sich eine ganze Generation von den Natur- und Technikwissenschaften abwandte, weil sie in den Naturwissenschaften und der Naturbeherrschung eher Feinde der Natur sei. Dieses habe dazu beigetragen, dass der geistige Trend in den Köpfen der jungen Menschen in den letzten Jahren massiv gegen die Natur- und Technikwissenschaften liefe. Dieser Trend sei jedoch verhängnisvoll für Deutschland als Industrienation. Dieses müsse zu der Konsequenz führen, vor allem die jungen Menschen wieder zu gewinnen für eine Zukunft, in der Technik und Wissenschaft eine dominante Rolle spielen, jedenfalls die Grundlage seien für Wohlstand und für Wohlfahrt, Grundlage seien für das Leben, wohlmöglich für das Überleben auf unserem Planeten, ohne ethische Aspekte zu vernachlässigen.