Bürgermeister Paus und Ausschussvorsitzender Honervogt bedanken sich beim Wint …

Bürgermeister Paus und Ausschussvorsitzender Honervogt bedanken sich beim Winterdienst-Team

Winterdienst musste mit Extrembedingungen fertig werden

"Das war diesmal ganz schön heftig: Starker Schneefall, plötzlich sinkende Temperaturen und sogar gefrierender Nieselregen - und das nicht nur am Wochenende, sondern auch zu Weihnachten und Silvester. Deshalb gebührt Ihnen höchste Anerkennung für die Leistungen, die Sie in diesem Winter bisher schon für unsere Bürgerinnen und Bürger erbracht haben.“ Mit diesen Worten bedankte sich Bürgermeister Heinz Paus beim Winterdienst-Team der Stadt Paderborn. Zusammen mit dem Vorsitzenden des zuständigen Fachausschusses, Dietrich Honervogt, hatte er die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Bau- und Betriebshof An der Talle besucht. Bürgermeister Heinz Paus stellte dabei auch heraus, dass es nicht nur eine starke Belastung für die Mitarbeiter war, sondern auch für deren Familien, denn auch sie sind von den Einsätzen - insbesondere während der Feiertage - betroffen. Dietrich Honervogt, Vorsitzender des Werksausschusses, lobte besonders den Einsatz zu ungewöhnlichen Zeiten. "Silvester waren die Räum- und Streudienste bis in die späten Abendstunden unterwegs“, so Dietrich Honervogt, „und am Neujahrsmorgen waren sie um 4 Uhr schon wieder im Einsatz. Das geht weit über das übliche Maß hinaus und ist ein Service, den nicht jede Stadt ihren Bürgerinnen und Bürgern bietet.“ Die letzten 14 Tage waren von extremen Witterungsbedingungen gekennzeichnet. Starker Schneefall und plötzlich sinkende Temperaturen führten zu fest gefahrenen, spiegelglatten Straßen. Tagsüber taute die Sonne die Eisschicht an, nachts sorgte der Frost für die nächste glatte Schicht. Und dann als „Krönung“: 24 Stunden Nieselregel bei Minustemperaturen, der gleich mehrere Eisschichten verursachte. ASP-Werkleiter Reinhard Nolte: „Seit dem Tag vor Heiligabend haben wir beim Winterdienst keinen einzigen Tag Pause gehabt. Drei Einsätze pro Tag und Straße waren in diesem Winter keine Seltenheit." Allein in den letzten 14 Tagen sind beim Wintereinsatz in der Stadt Paderborn 700 Tonnen Salz und Split verbraucht worden. Reinhard Nolte: „Während wir im letzten Winter insgesamt 45.000 Euro für Streugut ausgeben mussten, haben uns die letzten beiden Wochen bereits 60.000 Euro allein an Material gekostet.“ 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ASP, STEB, Straßen- und Brückenbauamt, Amt für Umweltschutz und Grünflächen, Stadtplanungsamt, Vermessungsamt und Amt für Gebäudemanagement sorgen für den Winterdienst in der Stadt Paderborn. Fahrzeuge werden hierfür umgerüstet und erhalten Streuautomaten und Schneepflüge, so dass für den Winterdienst insgesamt 15 Groß- sowie 27 Kleinfahrzeuge und multifunktionale Geräte zur Verfügung stehen. 1.100 Einsatzstellen wie Zebrastreifen, Bushaltestellen oder Treppen stehen auf dem Einsatzplan. 150 Kilometer Radwege, 215 Kilometer Straße müssen gestreut, 438 Kilometer geräumt werden, viele mit mehreren Spuren. Ab November gilt Bereitschaftsdienst für das Winterdienst-Team. Der Einsatz läuft dann nach einem differenzierten Streu- und Räumplan mit verschiedenen Dringlichkeitsstufen. Hauptverkehrsstraßen stehen dabei an erster Stelle, Nebenstraßen müssen warten, bis diese frei sind. Die extremen Witterungsverhältnisse in diesem Winter haben dazu geführt, dass an manchen Tagen die Fahrzeuge fast ausschließlich auf Hauptverkehrsstraßen im Einsatz waren. Einsatzleiter Rudolf Kirchhoff: „Kaum waren wir am Ende angelangt, mussten wir vorne schon wieder anfangen, weil es erneut geschneit und gefroren hatte.“ Vielfach konnten deshalb Nebenstraßen nicht bearbeitet werden, so dass sich hier eine festgefahrene Schnee- und Eisdecke bildete. Ein Schneepflug kann in solchen Fällen nicht eingesetzt werden, Salz hätte die Situation nur noch verschlimmert. Auch bei dieser Extremsituation gelang es dem Winterdienst-Team dafür zu sorgen, dass die Hauptverkehrs- und Durchgangsstraßen in der Stadt Paderborn fast ohne Einschränkungen befahrbar waren ud es lediglich zu kleineren Unfällen mit Blechschäden kam. Reinhard Nolte: „Der Winterdienst der Stadt Paderborn arbeitet deutlich über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinaus, in dem sowohl die Räum- und Streuzeiten als auch die einbezogenen Gebiete sehr viel weiter gefasst werden. Trotzdem lassen sich bei extremer Witterung Behinderungen und Beschwerlichkeiten in bestimmten Bereichen wie Nebenstraßen nicht vermeiden.“ Jetzt kommt noch dazu, dass trotz deutlich höherer Lagermengen im Vergleich zu den Vorjahren sparsamer mit Streugut umgegangen werden muss, da zurzeit bundesweit die Salzlieferanten nicht zeitnah nachliefern können. Trotz des Winterdienst-Stresses ging parallel dazu die tägliche Arbeit bei den städtischen Ämtern wie gewohnt weiter. So konnten sich die Bürgerinnen und Bürger darauf verlassen, dass ihre Mülltonnen pünktlich geleert wurden. Wegen der Umstellung der Touren zum neuen Jahr hatte der ASP sogar zusätzliche Sondertouren angeboten, die auch alle durchgeführt wurden. Dazu kam noch die Umstellung der Parkhäuser und Parkscheinautomaten auf den Euro. Darauf konnte man sich vorbereiten. Nicht vorbereiten kann man sich jedoch auf Überraschungen, die zusätzliche Arbeit und auch Ärger verursachen. So erhielt Reinhard Nolte um 1 Uhr nachts einen Anruf, ein Gefahrgut-Transporter stand quer auf einer Straße. Reinhard Nolte: „Auch wenn die Stadt Paderborn für diese Straße überhaupt nicht zuständig ist, sind wir trotzdem unverzüglich herausgefahren, um eine Gefährdung der Bürgerinnen und Bürger zu verhindern.“