Dienstag, 15. Januar, 19.30 Uhr in der PaderHalle
Hoch gelobte Inszenierung: Theater an der Ruhr zeigt Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig"
Eines der führenden und gleichzeitig ungewöhnlichsten deutschen Theater zu Gast in Paderborn: Das Theater an der Ruhr aus Mülheim. Am Dienstag, dem 15. Januar zeigt es auf Einladung des Kulturamts in der Paderhalle seine hochgelobten Inszenierung von Shakespeares “Der Kaufmann von Venedig”. Das Theater an der Ruhr ist mit seinem einzigartigen Stil, der vor allem von Roberto Ciulli geprägt wurde, aus der ersten Reihe der deutschen Theater nicht mehr wegzudenken. Wesentliche Merkmale sind unbürokratisches, kollektives und eigenverantwortliches Arbeiten sowie hohe personelle Kontinuität. In Paderborn machte die Bühne zuletzt beim nordrhein-westfälischen Theatertreffen von sich reden, als sie den Hauptpreis für die beste Inszenierung bekam. Seit seiner Gründung hat sich das Theater an der Ruhr dem Gedanken der Förderung und Verständigung kultureller Identitäten verpflichtet. Dieser Gedanke taucht auch in der hochgelobten Inszenierung des “Kaufmanns von Venedig” wieder auf. “Wer sich mit dem anderen, was immer es sein mag, nicht produktiv auseinandersetzt, kann nicht kreativ sein. ... Ciulli hat das Thema Antisemitismus auf der Bühne mutig, auch riskant angepackt.” (Kölner Stadt-Anzeiger) Die Inszenierung zeigt, wie Gewalt aus Langeweile entsteht. Gutsituierte junge Männer ohne Orientierung und Lebensentwurf werden vorgestellt, Protagonisten der Spaßgesellschaft. Dagegen steht der jüdische Geldverleiher Shylock, der in dieser Inszenierung von einer Frau gespielt wird. Der Müßiggänger Bassanio braucht Geld, um sich um Portias Hand bewerben zu können. Antonio, der reiche venezianische Kaufmann, kann helfen, denn ihm leiht man Geld, seine Waren, die auf Schiffen übers Meer schaukeln, sind sein Kapital. Der jüdische Geldverleiher Shylock, reich und geächtet, verlangt ein Pfand: ein Pfund Fleisch von Antonios Leib, wenn er zur bestimmten Zeit den Schuldschein nicht einlösen kann. Es kommt, wie es muss: Antonio kann den Schuldschein nicht einlösen. Aber die Clique um Bassanio und Portia reagiert mit juristischen Tricks, und mit Gewalt.