Im Gespräch mit Paderborns Bürgermeister Heinz Paus
Die Stadt vorangebracht
Zum Beginn eines neuen Jahres ist die Zeit der Bilanzen und Ausblicke. Wie lief das Jahr in der Stadt, welche Erfolge gab's, woran muss noch gearbeitet werden - das wollte das PADERBORN-JOURNAL von Bürgermeister Heinz Paus wissen. P.J. Wie fällt Ihr Fazit des letzten Jahres aus? Rat und Verwaltung konnten auf ein sehr arbeitsreiches Jahr zurückblicken, in dem oft im breiten Konsens wichtige Weichenstellungen für die Stadt getroffen und zahlreiche Projekte positiv vorangebracht oder abgeschlossen wurden. P.J.: Welche zum Beispiel? Zum Ende des Jahres haben wir die Fusion von PESAG und Stadtwerke. unter Dach und Fach gebracht. Dabei ist ein leistungsstarkes Paderborner Versorgungsunternehmen entstanden, das den Bürgerinnen und Bürgern aus einer Hand Strom, Gas, Wärme und Wasser anbieten kann. Das Vertragspaket sichert die kommunale Hoheit für die Wasserressourcen und schreibt das günstige Preisniveau für Bürger und Wirtschaft fest. Auch der Stadtentwicklungsbericht ist auf einem guten Weg. Mit großem Aufwand und mit reger Anteilnahme der Bürgerschaft haben wir an diesem Zukunftsprogramm der Stadt bis zum Jahr 2010 gearbeitet. In wenigen Wochen werden sich die die politischen Gremien abschließend damit beschäftigen. P.J. Wie schätzen Sie den Wirtschaftsstandort Paderborn ein? Paderborn, das wird uns auch immer wieder von außen bestätigt, gilt als attraktiver Wirtschaftsstandort, der gute Rahmenbedingungen für expandierende heimische Unternehmen, Neuansiedlungen und ein optimales Klima für Gründer und Neuansiedlungen bietet. Dazu bei tragen auch die so genannten harten Standortfaktoren. So sind die Preise für Ver- und Entsorgung, Gewerbeflächen sowie Steuern und Abgaben auf einem sehr niedrigen Niveau. P.J.: Wie sieht Ihre Einschätzung im Freizeit- und Kulturbereich aus? Die Aktion „Sommer in der Stadt – Bühne frei!“ hat viel belebt. Die zurzeit laufenden Ausstellungen im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und dem Heinz Nixdorf MuseumsForum unterstreichen den Anspruch als Kulturstadt. Dafür spricht ebenfalls das bundesweit vielbeachtete Festival „Musica sacra“. P.J. Was erwartet die Paderborner 2002? Sind ähnliche Höhepunkte wie im letzten Jahr angesichts knapper werdender Gelder noch drin? Die Haushaltssituation in allen Kommunen hat sich sichtlich verschlechtert. Zusätzliche Aufgaben ohne zusätzliche Einnahmen sind auf die Städte verlagert worden und dies bei stagnierenden, ja sinkenden Gewerbesteuereinnahmen. Dennoch hat der Rat der Stadt wichtige Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung gestellt. P.J. In welcher Richtung? Durch das erfolgreiche Abschneiden der Stadt Paderborn beim Wettbewerb „Ab in die Mitte – die Cityoffensive des Landes Nordrhein-Westfalen“ stehen weitere Mittel für ein noch attraktiveres Kultur- und Freizeitprogramm in der City zur Verfügung. Das 1.000jährige Jubiläum der Krönung von Kunigunde in Paderborn wird mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung des Landschaftsverbandes, der Stadt und verschiedener Sponsoren zu einem Veranstaltungshighlight werden. P.J. Welche Projekte sind außerdem in Arbeit? Obwohl das Land definitiv Zuschüsse für dieses und das nächste Jahr abgelehnt hat, realisieren wir jetzt ausschließlich mit städtischen Mitteln den ersten Bauabschnitt der Sportanlage im Bereich Goldgrund. In diesem Jahr werden vier neue Sportplätze eingeweiht. Die Mittel für die Modernisierung des Rolandsbades sind bewilligt. Um diese Investitionen bauplanungsrechtlich abzusichern, ist ein Bebauungsplanverfahren in Gang gesetzt worden, das hoffentlich im Laufe des nächsten Jahres die Basis dafür schafft, dass auch dort der erste Spatenstich erfolgen kann. Daneben sind wir dabei, in den Paderborner Schulen für eine optimale multimediale Ausbildung der Schülerinnen und Schüler zu sorgen. Mehr als 1.700 Computer stehen bereit, um in diesem Bereich für optimale Ausbildungsmöglichkeiten zu sorgen. P.J. Welche wichtigen Entscheidungen stehen in diesem Jahr an? Intensiv diskutiert und beraten wird sicherlich die künftige Gestaltung des Abdinghofplatzes. Auch die Entscheidung über die alternative Busführung durch die Paderborner Innenstadt, über den endgültigen Standort für die Westfälischen Kammerspiele, aber auch die Entscheidung über die Neustrukturierung des Paderborner Stadtmarketings und speziell die bessere Vermarktung Paderborns als IT- bzw. Hightech-Standort stehen an. Ich halte es für ganz wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger rege an der Diskussion im Vorfeld der Entscheidungen beteiligen und mit konstruktiven Vorschlägen und Anregungen zu einer erfolgreichen Entwicklung der Stadt beitragen.