Ingenieur und Künstler schaffen Weltneuheit

Nichtlineare Zeitdarstellung - das neue Paderborner "Produkt des Monats"

Es ist eine Uhr, die Zeit schenkt. Eine Uhr, die der menschlichen Zeitwahrnehmung ähnlich ist und Zeit mal langsam fließen und zuweilen auch schnell laufen lässt. Dieses Prinzip haben der Künstler Manfred Webel und der Ingenieur Prof. Dr.-Ing. Horst Langer zum Leben erweckt. Das Ergebnis dieser Kooperation sind Uhren, die Zeit nicht linear anzeigen. Diese Weltneuheit ist jetzt mit dem Titel „Paderborner Produkt des Monats“ ausgezeichnet worden. Bürgermeister Heinz Paus, der gemeinsam mit Sparkassenvorstandsmitglied Michael Hahn und Sparkassen-Filialleiterin Claudia Tewes die Präsentation des prämierten Produkts in der Sparkassenzentrale in der Hathumarstraße eröffnete, war ebenso verwirrt wie beeindruckt von der Verbindung von Kunst und Technik. Jede Uhr wird gemeinsam von Horst Langer und Manfred Webel hergestellt. Horst Langer meistert die gesamte Technik, während Manfred Webel für die künstlerische Gestaltung verantwortlich ist. Nummeriert und signiert werden die Kunstwerke in einer edlen Holzkiste mit einer Broschüre ausgeliefert, die die Technik erklärt und neben dem Zertifikat Tipps zur Pflege der Uhren bietet. Die Uhren sollen Zeit schenken, anstatt sie zu stehlen, und sind folgerichtig in erster Linie als sinnliche Träger von Zeit gedacht. Manfred Webel: „Ein Zeitanzeiger gleitet mit sich verändernder Geschwindigkeit auf einer Zeitbahn. So machen wir menschliche Zeitwahrnehmung sichtbar.“ Ausgestellt ist in der Sparkassenzentrale die „human-Uhr“. Der Bildhauer tritt mit seinen Kunstprojekten für Menschlichkeit ein und schafft er leuchtend orange-rote Figuren, die das versinnbildlichen sollen. Seine „human-Uhr“ soll ein regelrechter Zeitvertreter sein, der den Tag nicht zergliedert, nicht nur ein Zeitmesser ist, sondern ein Zeitgenosse. Der Stundenzeiger schwelgt in ruhigen kurvigen Bahnen entlang der täglichen Zeitlinie. Während herkömmliche Uhren die physikalische Zeit anzeigen, beruht dieses Prinzip auf der Messung periodischer Vorgänge. Für die Definition der Zeitintervalle werden die annähernde Periodizität der Bewegung der Gestirne oder heute die von Elektronensprüngen herangezogen: Cäsium-Uhren haben eine Genauigkeit von einer Sekunde auf 30 Millionen Jahre. Gegenüber dieser „objektiven Zeit“ steht die „subjektive Zeit“. Die Zeitwahrnehmung des Menschen ist kein Abbild der physikalischen Zeit: Der Mensch empfindet Zeit-Raffung und Zeit-Dehnung abhängig von den Inhalten des Erlebens. Prof. Dr.-Ing. Langer: „Diesen Widerspruch zwischen objektiver Zeitdarstellung und subjektiver Zeitwahrnehmung löst die nichtlineare Zeitdarstellung unserer Uhren mit mechanischen Getrieben auf. Hierbei kommen unterschiedliche Getriebearten zur Anwendung.“ Hierfür werden Zifferblattgestaltungen entwickelt, die einen ungleichförmigen Zeitablauf des Tages darstellen. Die Zifferblätter basieren auf den drei Elementen Zeitanzeiger, Zeitbahn und nichtlineare Zeitanzeige. Der Zeitanzeiger bewegt sich, im Gegensatz zu traditionellen Uhren, nicht gleichförmig um einen festen Mittelpunkt, sondern auf vielfältig gestaltbaren Zeitbahnen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Die „human-Uhr“ ist eine nichtlinear zeitanzeigende Wanduhr mit 8-Tage-Federzug-Pendelwerk. Es ist jeweils eine Einzelstückfertigung, handmontiert, handbemalt, patentiert und wird für 1.000 Euro im Geschenkkoffer geliefert. Das aktuelle Paderborner „Produkt des Monats“ ist außer in der Sparkassenzentrale in der Hathumarstraße bei folgenden Partnern zu sehen: Restaurant Balthasar, Restaurant Bambus, Goldschmiede Büsse, Blumen und Kunst Claudia Meier, Buchhandlung Meschede, Einrichtungshaus Schoppe, Juwelier Schröder und Herrenausstatter SÖR. Der Ingenieur Horst Langer lehrt Konstruktion, Tribologie und Getriebelehre an der Fachhochschule Bielefeld im Studiengang Produktentwicklung. Zahlreiche Patente und Gebrauchsmuster belegen Kreativität und Forscherdrang. Fasziniert von der Genialität der Mechaniker und Uhrenbauer betätigt er sich selbst als Erfinder, Sammler und Restaurator von Uhren. Der Künstler Manfred Webel konzentriert sich als Bildhauer auf Kernthemen wie ‘human’ oder ‘capital’. Neben Skulpturen, Schmuck und Möbeln führt er bildungspolitische Projekte durch, mit denen er gesellschaftliche Aufgaben wahrnimmt. Manfred Webel: „Etwas mit und für Menschen zu tun, das verstehe ich als Aufgabe und Verantwortung der Kunst.“