Bürgermeister Heinz Paus zum Tode des Erzbischofs
Sein Lebenswerk hat Spuren hinterlassen
Die Totenglocken des Domes haben es verkündet. Als ich wenig später die offizielle Bestätigung bekam, dass unserer Erzbischof Johannes Joachim Kardinal Degenhardt verstorben ist, war ich sehr betroffen. Ich empfinde Trauer um einen Menschen, zu dem ich in den Jahren seit ich Bürgermeister dieser Stadt bin ein sehr persönliches Verhältnis hatte. Ich habe ihn als offenen, fröhlichen und sehr natürlichen Menschen erlebt. Stets hat er sich für eine lebendige Verbindung zwischen der katholischen Kirche und den Paderbornerinnen und Paderbornern eingesetzt. Sein seelsorgerisches Interesse galt in herausragender Weise den Sorgen der Arbeitnehmer und der Humanisierung der Arbeitswelt. Er pflegte und vertiefte die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen den Kirchen von Paderborn und Le Mans und sah darin ein Modell für das Zusammenwachsen der Völker Europas. Weltweite Kontakte bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben haben ihn zu einem überzeugenden Botschafter der Stadt Paderborn werden lassen. Der große Zuspruch bedeutender Persönlichkeiten des kirchlichen und politischen Lebens zum jährlichen Libori-Fest stellte dies eindrucksvoll unter Beweis. 1991 hat die Stadt Paderborn Johannes Joachim Degenhardt das Ehrenbürgerrecht verliehen. Die Verbundenheit der Paderbornerinnen und Paderborner mit dem Bischof wurde besonders deutlich anlässlich der Berufung von Johannes Joachim Degenhardt zum Kardinal. Paderborn verliert einen wertvollen Menschen, der mit seinem Lebenswerk Spuren hinterlassen hat. Spuren, die in der Stadt, in der Kirche, bei den Menschen sichtbar sind. Die Stadt wird ihren Kardinal nicht vergessen.