Libori 2002 - Paderborn feiert einen Auftakt nach Maß
Die Sonne lachte und viele kamen
Das war ein Auftakt nach Maß. Als Bürgermeister Heinz Paus vor dem Historischen Rathaus mit drei Böllerschüssen den weltlichen Teil des Libori-Festes 2002 eröffnete, passte einfach alles. Zum Start eines der größten und ältesten Volksfeste in Deutschlands war die Sonne zurückgekehrt und der Zuspruch der Besucher war riesig. Gleich zu Beginn seiner Rede erinnerte der Bürgermeister mit einer Schweigeminute an den verstorbenen Ehrenbürger der Stadt, Erzbischof Johannes Joachim Kardinal Degenhardt. Paderborn werde das Fest in seinem Sinne feiern, so das Stadtoberhaupt. Neun Tage lang feiert Paderborn seine „fünfte Jahreszeit“. Für die faszinierende Atmosphäre des Libori-Festes sorgt eine bis heute erhalten gebliebene Mischung aus kirchlichen Feierlichkeiten und weltlichem Fest. Beeindruckende Zeremonien und Prozessionen lassen Geschichte lebendig werden, und ein buntes Markt- und Kirmestreiben mit vielen kulturellen Höhepunkten lädt zum Feiern ein. Paderborn erwartet in dieser Woche wieder mehr als eine Million Besucher. Das Libori-Fest hat einen religiösen Ursprung. Kirche und Stadt feiern damit die Ankunft der Gebeine des Hl. Liborius, des Schutzpatrons des Domes, des Bistums und der Stadt, im Jahr 836. Dieses Ereignis war Grundstein für den „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen Paderborn und Le Mans, daraus hervorgegangen ist die wahrscheinlich älteste funktionierende Städtepartnerschaft der Welt. Im Mittelpunkt des weltlichen Libori-Festes steht die Kirmesmeile in der Innenstadt mit 130 Schaustellern auf dem Liboriberg und 150 auf dem Pottmarkt. Beworben hatten sich für die Plätze auf der Libori-Kirmes mehr als 1.600 Schausteller. Einer der täglichen Attraktionen des Paderborner Liborifestes ist der Bierbrunnen mit einem bunten Unterhaltungsprogramm vor dem Historischen Rathaus. Dort kann der durstige Gast einen speziellen Libori-Krug erwerben und bekommt ihn dann vom „Jubelhennes“ voll geschenkt. Weitere Publikumsmagneten sind „Petit Paris“, wo man essen und trinken kann wie Gott in Frankreich, viele tolle Biergärten, die es nur zu Libori gibt, und das Festzelt „PaderPalast“ auf dem Liboriberg, wo in diesem Jahr die Showband „Die Herrenhäuser“ für Stimmung sorgt. Die gesamte Paderborner Innenstadt ist Bühne für ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit mehr als 100 Musik-, Kabarett- und Kleinkunstveranstaltungen. Die Reihe der Open-Air-Konzerte auf dem Franz-Stock-Platz eröffnete am 1. Libori-Samstag die DDR-Musiklegende Lutz Heinrich mit „Eisenheinrich“, d e r Kult-Band aus Leipzig. Weitere Stars sind der "Meister" Gildo Horn, der mit seiner Band den "Orthopädischen Strümpfen" ein Libori-Konzert gibt, „Soul Kitchen“ aus München, das A-Cappella-Quintett „Jacqueline Kroll“, die neuseeländische Diva der Maori-Musik „Moana“ mit ihrer Band und die Meister des Folk-Rock „Foggy Dew“. Bei der Bierbrunnen-Party am Freitag, 2. August, ab 18 Uhr gibt es Live-Musik, Disco, Interviews und Gewinnspiele, den Schlusspunkt der Libori-Woche setzt traditionell das Europafest mit internationalen Shows, Folklore und Kleinkunst, diesmal mit Gruppen und Artisten aus Taiwan, Mexiko, Bulgarien, Frankreich und den Niederlanden. Weitere Informationen im Internet unter http://www.paderborn.de.