Fontane-Kindergarten mit Waldprojekt
Aus dem Buggy zum Bärlauch
Wenn der dreijährige Erik in seine Gummistiefel schlüpft und seine wasserfeste Hose zurecht rückt, dann steht ihm die Vorfreude ins Gesicht geschrieben. Es ist wieder Waldtag im Fontane-Kindergarten. Seit März fahren von der Fontanestraße jeweils zwei Gruppen der insgesamt 100 Kinder alle 14 Tage in den Haxtergrund. Dort spazieren die Mädchen und Jungen mit ihren Erzieherinnen nicht einfach durch den Wald, sondern gehen auch abseits der Wege den Sachen auf den Grund. So haben sie in ihren dreistündigen Waldausflügen nicht nur jede Menge Rehe gesehen, sondern auch Bärlauch mitgenommen und später gegessen. "Wir haben hier beste Unterstützung von Stadtförsterin Christina Amling", so Mechthild Busch, Leiterin des Kindergartens. Die Försterin hat den Kindern auch so manchen Tipp für das Verhalten im Wald gegeben. Viel Beobachten und Lauschen, nichts in den Mund nehmen und Abreißen, darauf haben sich die Kinder und ihre Erzieherinnen verständigt. Dass Blumen mit der Lupe untersucht werden, den Regenwürmern zugeschaut wird oder Blätter gesammelt und später im Kindergarten gepresst werden, macht solche Waldetage für die Kinder interessant. "Wir müssen nicht auf Bilderbücher zurückgreifen, um zu erzählen, wie es im Wald aussieht", sieht Mechthild Busch die Vorteile der Stippvisiten im Wald. Auch für die Erzieherinnen des Kindergartens, der neben dem städtischen Kindergarten Schwalbennest ein Waldprojekt in diesem Umfang anbietet, bedeuten die Waldgänge eine Umstellung. Nicht nur den Haxtergrund, der ihnen von Spaziergängen bekannt war, galt es näher kennenzulernen. "Um auf die vielen Fragen der Kinder eingehen zu können, mussten wir uns auch mit den Pflanzen und Tieren des Waldes beschäftigen", beschreibt Mechthild Busch die zusätzliche Arbeit für ihr Team. "Alle Erzieherinnen haben hier gut mitgezogen und sich fit für den Wald gemacht". Der kleine Erik hat so ganz nebenbei im Wald so richtig das Laufen gelernt. Musste er ansonsten doch immer mit dem Buggy zum Kindergarten gebracht werden, geht's jetzt weitgehend ohne. Im Wald wird halt nicht nur den Rehen und Hirschen auf die Sprünge geholfen...