Vortrag am Sonntag
Über Funde am Stadtrand
Im Historischen Museum im Marstall wird Dr. Martin Gollwitzer am Sonntag, 17. März, um 11.15 Uhr einen Vortrag im Rahmen der "Marstallgespräche" halten. Ausgehend von den Ausgrabungen am Stadtrand von Paderborn wird der Referent den Stand der Forschungen am Übergang der Stein- zur Bronzezeit in Westfalen behandeln. Das Historische Museum im Marstall ergänzt die derzeitige Ausstellung über die Ausgrabungen vom Saatental (Balhorner Feld) immer wieder mit aktuellen Funden. Die seit 1998 von der Stadt Paderborn in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Museum für Archäologie - Amt für Bodendenkmalpflege - durchgeführten Grabungen brachten zahlreiche Belege für eine Besiedelung während der Jungsteinzeit. Bei den jugend- steinzeitlichen Funden handelt es sich um ein umfangreiches Spektrum von zerscherbten Keramikgefäßen. Charakteristisch sind profilierte Becher, große Vorratsgefäße und ein sogenannter Backteller. Daneben gibt es die Mahlsteine - als indirekten Beleg für den grundlegenden Wandel der Lebens- und Wirtschaftsweise. Denn im 6./5. Jahrtausend vor Chr. vollzog sich in Westfalen die Veränderung vom Jäger und Sammler zur bäuerlichen Lebensweise mit dem gezielten Anbau von Naturpflanzen und Haustierhaltung. Mit der Erschließung der notwendigen Acker- und Weideflächen war die Errichtung von Siedlungen mit festen Holzhäusern verbunden, die auch im Saatental gefunden worden sind. Zudem kam es zu einigen technischen Neuerungen, wie die Herstellung von Keramikgefäßen und Felsgesteingeräten, wovon eine polierte Knaufhammeraxt und Pfeilspitzen aus Feuerstein ausgestellt sind. Durch naturwissenschaftliche Methoden zur Altersbestimmung wurde die Datierung der Keramikfunde der neolithischen Siedlung am Ostufer der Alme um ca. 3700 bis 3400 v. Chr. ermittlet.