Im Gespräch mit Paderborns Bürgermeister Heinz Paus
Spannende Zeit
In Paderborn tut sich so einiges. Davon kündet nicht nur eine ganze Reihe von Baustellen, sondern auch eine Vielzahl von Projekten, die in Rat und Verwaltung derzeit auf der Tagesordnung stehen. Ob ein mögliches Justizzentrum an der Bahnhofstraße, die Umgestaltung des Platzes Am Abdinghof oder die Diskussion um die Busse in der Innenstadt – Themen gibt es reichlich. Das PADERBORN-JOURNAL fragte bei Bürgermeister Heinz Paus zum aktuellen Stand einzelner kommunalpolitischer Themen nach. Paderborn-Journal: Busse rein oder raus – das war und ist die Frage. Wie würden Sie entscheiden? Bürgermeister Heinz Paus: Das ist ein Thema mit langer Geschichte, das teilweise sehr emotional diskutiert wird. Für mich hat es drei Facetten: Erstens: Die Busse schränken die Nutzung des Rathausplatzes und des Kamps für Veranstaltungen usw. ein. Zweitens: Langfristig ist eine Förderung der Marienstraße mit 400 Bussen täglich nur schwer umzusetzen. Drittens: Busse direkt zwischen den Passanten in der Fußgängerzone - das ist schon ein Widerspruch. Die Verwaltung hat dem Rat verschiedene Alternativen über die Linieführung vorgelegt. Eine Entscheidung soll noch vor der Sommerpause fallen. Ich erwarte, dass diese Entscheidung grundsätzlichen Charakter hat, so dass wir die nächsten zehn Jahre dieses Thema nicht wieder diskutieren müssen. Paderborn-Journal: Der Rat hat beschlossen, den Platz Am Abdinghof autofrei zu machen. Wann wird sich hier etwas tun? Bürgermeister Heinz Paus: Wir werden dieses Projekt schnellstmöglich angehen. Die Vorbereitungen für die Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs laufen auf Hochtouren. Auf der Grundlage des Ergebnisses soll die konkrete Planung für eine städtebaulich hochwertige Gestaltung erstellt werden. Die Kosten für die Umgestaltung belaufen sich nach heutigen Schätzungen auf knapp 2,1 Millionen Euro, wobei wir hier mit einer Förderung des Landes rechnen. Ich gehe davon aus, dass der Umbau im Jahre 2003 abgeschlossen werden kann. Paderborn-Journal: Was wird aus dem Grundstückareal an der Florianstraße? Kommt das Justizzentrum? Bürgermeister Heinz Paus: Wir haben ein vorrangiges politisches Interesse, dass sich die Justiz hier gut positioniert. Ich erwarte in Kürze ein konkretes Signal der Landesregierung dahingehend, ob dieses Projekt zeitnah verwirklicht werden soll. Wir können dieses wertvolle Areal nicht auf unabsehbare Zeit für ein Justizzentrum vorhalten. Paderborn-Journal: In dem von Ihnen initiierten Stadtentwicklungsbericht, der eine Art Zukunftsprogramm für Paderborn bis zum Jahr 2010 darstellt, wird dem Kulturzentrum eine klare Absage erteilt. Warum? Bürgermeister Heinz Paus: Die Entscheidung, ein Kulturzentrum zu bauen, liegt Jahre zurück. Die Bedingungen damals waren andere als heute. Es drängt sich heute beispielsweise die Frage auf: Wie bringen wir die Kammerspiele ansprechend unter? Außerdem zeichnen sich für die ehemals in einem Kulturzentrum unterzubringenden Einrichtungen dezentrale Lösungen ab. So haben wir beispielsweise das IHK-Gebäude am Gierswall für die Städtische Musikschule Paderborn angekauft. Paderborn-Journal: Sie sind jetzt zweieinhalb Jahre im Amt. Welches Fazit ziehen Sie? Bürgermeister Heinz Paus: Ich habe in den zweieinhalb Jahren in Paderborn eine spannende Zeit erlebt, die nach wie vor auch noch sehr spannend ist. Ich glaube, dass Rat und Verwaltung während dieser Zeit eine ganze Reihe guter Ideen und Projekte für die Stadt umsetzen konnten. Ich denke hier beispielsweise an den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über den Stadtwerke-Verkauf, das Projekt „Sommer in der Stadt – Bühne frei!“, das die Innenstadt merklich belegt hat, und einen gerade beschlossenen Stadtentwicklungsbericht, der ein realistisches Zukunftsprogramm bis zum Jahre 2010 darstellt. Gerade dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel, wie die Bürgerinnen und Bürger, die Vereine und Institutionen ihre Gedanken und Ideen eingebracht haben, um im wahrsten Sinne des Wortes Paderborns Zukunft mit zu gestalten.