Zwangsarbeiter im Rathaus empfangen

Erforschen um zu helfen

Die Stadt Paderborn arbeite derzeit das Thema Zwangsarbeit wissenschaftlich auf. Der Rat der Stadt habe einmütig den Auftrag dazu erteilt, um zu wissen, wie hier individuell geholfen werden könne. Mit diesen Worten empfing Bürgermeister Heinz Paus Arkadi Schkuran aus Minsk und Ljubow Krakaeva aus der Region Gomel aus Weißrussland im Paderborner Rathaus. Die beiden gehörten zu einer 120köpfigen Delegation von ehemaligen Zwangsarbeitern, die Deutschland besuchten. Arkadi Schkuran und Ljubow Krakaeva waren zu Gast an der Gesamtschule Elsen und berichteten dort über ihre Erinnerungen an die Zeit des Krieges. Bürgermeister Heinz Paus nannte als einen Grund für den Nationalsozialismus in Deutschland, die große Unwissenheit der Völker voneinander. Die Stadt habe daraus ihre Lehren gezogen und habe sich nicht zuletzt durch ihre Städtepartnerschaften geöffnet. Als ein lebendiges Stück Geschichte, das sie ihren Schülerinnen und Schülern nahe bringen möchte, bezeichnete Annegret Greipel-Bickel, Schulleiterin der Gesamtschule, das Projekt mit den Zwangsarbeitern. Sie dankte den Eltern und dem Förderverein für die Unterstützung dabei. In Gesprächen erfuhren die jungen Leute der Gesamtschule vieles über den Lebensweg der beiden Menschen aus Weißrussland. Arkadi Schkuran war als Kind in einem Konzentrationslager in seiner Heimat interniert. Ljubow Krakaeva wurde als 13jähriger zur Zwangsarbeit in das Lager Oberbiel bei Frankfurt verschleppt.