Mittwoch, 13. November ab 20 Uhr im Cineplex
Berlin - Sinfonie einer Großstadt: Rasante Film-Dokumentationen mit Live-Musik
Für Freunde der Filmkunst ist der 13. November im Cineplex fast schon ein Muss. Das Kulturamt und das Kino präsentieren gemeinsam ab 20 Uhr „Berlin – Sinfonie einer Großstadt“, zuerst den Stummfilmklassiker von 1927 mit Live-Musik, danach den hoch gelobten neuen Film mit demselben Titel aus dem Jahre 2002. Karten gibt es im Vorverkauf an der Kinokasse. Walter Ruttmanns rasante Dokumentation über 24 Stunden im Leben der pulsierenden Metropole von 1927 ist ein bis heute faszinierendes Werk. Wie der Filmemacher das Leben der Stadt ins Bild zu setzen vermochte, setzte Maßstäbe für die Filmkunst. Nie gekannte Schnittfolgen und die Kongruenz von Bildfolge und Musik revolutionierten den filmischen Blick. Die Ästhetik der späteren Wochenschau wurde von dem Werk maßgeblich beeinflusst. Die originale Filmmusik von Edmund Meisel ist extrem wichtig für diesen Film, denn er wurde nach musikalischen Prinzipien montiert. Die Musik wird live vom Düsseldorf Ensemble mit zwei Schlagzeugern und zwei Pianisten gespielt. Das Arrangement stammt von Helmut Imig, der auch die musikalische Leitung hat. Ihn kennt man im Cineplex schon seit dem gelungenen Stummfilm-und-Musik-Experiment „Das Cabinet des Dr. Caligari” im vergangenen Jahr. Der alte Berlin-Film ist zurzeit wieder in aller Munde, da im Frühjahr 2002, 75 Jahre nach Ruttmanns Film, der mehrfach preisgekrönte Regisseur Thomas Schadt einen neuen Berlin-Film herausgebracht hat, inspiriert von dem legendären Experimentalfilm-Klassiker. Den neuen Film wird das Cineplex nach dem alten um ca. 21.45 Uhr zeigen. Thomas Schadts Film beginnt dort, wo Ruttmann aufhört: mit Bildern des Neujahrsfeuerwerks. Hausfassaden werden gespenstisch von den Blitzen des Feuerwerks beleuchtet, eine Prise Schauer und eine seltsame Melancholie liegen in der Luft. Für das Programmheft sorgt mit Prof. Lothar Prox (Bonn) eine der größten Koryphäen in Sachen Filmmusik in Deutschland. Kulturamtsleiter Gockel-Böhner: „Prof. Prox rief mich ganz überraschend an. Er hatte von unserem Projekt erfahren, fand es spannend und bot spontan an, einen Artikel fürs Programmheft über den Vergleich der beiden Filme zu schreiben. Er habe mit Thomas Schadt, dem Regisseur des Remakes, schon lange abgesprochen, dass er etwas schreiben wolle. Unser Projekt sei nun der geeignete Anlass, den Plan in die Tat umzusetzen. Wir fühlen uns natürlich geehrt und haben das Angebot gleich angenommen.“