Im Gespräch mit Bürgermeister Heinz Paus
Digitale Hauptstadt
Auf die Suche nach dem bürgerfreundlichsten Rathaus im Internet hatte sich die Unternehmer-Initiative "D21" bundesweit begeben. Sie hatte sich durch die Internet-Auftritte der 82 größten deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern geklickt und die Ergebnisse in einer Studie veröffentlicht. Am "Start" war auch die Stadt Paderborn mit ihrem Internet-Auftritt. Über ihr Abschneiden und das virtuelle Paderborner Rathaus sprach das PADERBORN-JOURNAL mit Bürgermeister Heinz Paus. 1. Wie hat der Paderborner Internet-Auftritt bei dieser Studie abgeschnitten? Wir gehören zu Deutschlands digitalen Hauptstädten. Gerade einmal sieben von 30 Kommunen in Nordrhein-Westfalen gelangten in der Gesamtwertung der "E-Town-Studie 2002 - Deutschlands digitale Hauptstädte" ins Spitzenfeld. Neben dem Sieger Essen erhielten wir gemeinsam mit Dortmund, Hamm, Düsseldorf, Bonn und Münster Bestnoten. 2. Wo sehen Sie die Gründe für diesen Erfolg? Es ist das offene und jederzeit erweiterbare Konzept vom virtuellen Rathaus unserer Stadtverwaltung. Hier werden im Rahmen des neudesignten Internetauftritts unter der Adresse "paderborn.de" die wichtigsten Produkte und Dienstleistungen unserer Verwaltung sowie Informationen über den Rat und seine Ausschüsse gebündelt und können direkt vom heimischen Personalcomputer aus abgerufen werden. Alles Wichtige auf einen Blick und noch dazu von Zuhause aus, das ist Bürgernähe, wie wir sie wollen und weiter ausbauen werden. 3. Viele, vor allem ältere Menschen, haben gar keinen Internet-Anschluss. Gucken die dann sprichwörtlich in die Röhre? Natürlich nicht. Unser Angebot zu den bekannten Öffnungszeiten werden wir genauso weiter entwickeln wie unser Internet-Engagement. Wir stellen allerdings fest, dass die Akzeptanz des weltweiten Computernetzes ständig wächst. Während 1998 nur elf Prozent der Bürger in Europa Zugang zum Internet hatten, sind es Prognosen zufolge im Jahre 2003 etwa 44 Prozent. Das Medium hat also Zukunft, und das haben wir in der Stadtverwaltung rechtzeitig erkannt. Übrigens: Aus zahlreichen Gesprächen mit unseren Senioren weiß ich, dass dort durchaus große Aufgeschlossenheit dem Internet gegenüber besteht. 4. Nutzen Sie selbst das Internet? Sofern es meine Termine zulassen. Ich biete alle vier bis sechs Wochen im Chat unter "paderborn.de" eine Bürgersprechstunde im Internet an, die auch gut genutzt wird. 5. Was finden die Bürgerinnen und Bürger im virtuellen Rathaus unter "paderborn.de"? Im virtuellen Rathaus sind neben Ratsinformationen und dem Stadtentwicklungsbericht unter der Rubrik Bürgerservice häufig nachgefragte Themen zusammengefasst. Auf Anliegen und Informationen von A, wie Abfallbehälter, bis W, wie Winterdienst, können die Bürgerinnen und Bürger zurückgreifen. Auch die Hitliste der Vornamen, Volkshochschulkurse, Passvorschriften und anderes mehr können hier nachgelesen werden. 6. Kann man sich auch Formulare herunterladen? Nicht nur das. Der Stadtentwicklungsbericht, unser Zukunftsprogramm bis zum Jahr 2010, kann beispielsweise herunter geladen werden. Bauvoranfragen sowie Bauzustandsanzeigen können bereits vollständig elektronisch vom heimischen PC aus bearbeitet werden. Anträge für Lohnsteuerkartenwechsel oder Bauantragsformulare können zwar elektronisch ausgefüllt, müssen jedoch aufgrund geltender Vorschriften unterschrieben per Post zurückgeschickt werden. Das ist also keine Einbahnstraßenkommunikation, sondern es sind die Anfänge eines Dialogs mit dem Bürger über das Internet. Darüber hinaus hat sich unsere WEB-Adresse zu einem CityPortal für Paderborn entwickelt. Der Bürger erhält alle Informationen von virtuellen Einkaufsmöglichkeiten auf dem Marktplatz24 bis zu Veranstaltungshinweisen und lokalen News. Unser jüngster Spross sind die Seiten zum Weihnachtsmarkt in Paderborn.