Projekt "Schulbezogene Sozialarbeit" zieht erstes Fazit
Gut, dass Ihr in der Schule sitzt
"Gut, dass Ihr in der Schule sitzt", sagt ein Schüler der Heinrich Hauptschule zu Ferdi Wüseke. Der 49jährige Sozialarbeiter der Stadt Paderborn ist seit Juni dieses Jahres an der Schule. Ähnlich positive Erfahrungen machten bisher auch die sechs weiteren Kolleginnen und Kollegen des Jugendamtes der Stadt Paderborn an den anderen Haupt-, Sonder- und Gesamtschulen. "Unsere Sozialarbeiter werden akzeptiert, unsere Hilfe wird von den Schülern und Lehrern gleichermaßen angenommen", zieht Sozialdezernent Wolfgang Walter ein erstes Fazit. Seit Anfang des Schuljahres 2002/03 haben das Jugendamt und die betreffenden Schulen in einer beispielhaften Kooperation ihre Kräfte gebündelt. So beraten die Sozialarbeiter nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch deren Familien. Ob bei familiären Problemen oder bei Schulverweigerung und Schulverdrossenheit - die Fachleute stehen mit Rat und Tat zur Seite. "In der Präsenz und Beratung vor Ort sehen wir einen unserer Schwerpunkte", so Projektleiter Willi Zenses. Die Schülerinnen und Schüler können die Sozialarbeiter bei Schulproblemen, Schwierigkeiten mit den Eltern oder Geschwistern ansprechen. Auch, wenn sie die Schule abbrechen möchten oder sich in einer Krise befinden, können sie zu den Fachleuten der Stadt kommen. "Weil sie wissen, dass wir ihnen zuhören und sie sich auf unsere Schweigepflicht verlassen können, suchen immer mehr junge Leute unsere Hilfe", macht Zenses deutlich. Die Sozialarbeiter sind außerdem auch Vermittler bei Streitigkeiten zwischen Schülern, bei Beziehungsproblemen mit Freundinnen und Freunden, mit Lehrern oder bei Schwierigkeiten in der Familie. Begleitet werden die Schüler auch beim Besuch von Ämtern und anderen Einrichtungen sowie bei der Organisation von außerschulischen Hilfeformen, im Bereich der Nachmittagsbetreuung, bei Freizeit – und Sportangeboten oder bei pädagogisch- psychologischen Fragestellungen. Ansprechpartner sind die Experten an den zehn Schulen auch für die Eltern. Themen, wie Schulschwänzen, Erziehungsfragen, Schulwechsel, Sitzen bleiben, wurden in der Vergangenheit mehrfach diskutiert. "Gemeinsam mit den Lehrern bieten wir Gespräche an und entwickeln Alternativen im Umgang mit den Kindern ", sagt Zenses und legt dabei großen Wert auf die Feststellung, dass die vorhandenen Fähigkeiten und Stärken bei der Suche nach Lösungen berücksichtigt werden. Neben der Einzelberatung entsteht nach und nach ein Angebot an Gruppenarbeit und projektorientierten Maßnahmen. Der Schwerpunkt liegt hier bei präventiven Inhalten, wie Verbesserung des Sozialverhaltens, einüben und halten von Regeln und Übernahme von Eigenverantwortung. Zu erreichen sind die Sozialarbeiter in den Hauptschulen Niesenteich, Mastbruch, Georg, Kilian, Heinrich sowie am Bonifatius Förderzentrum, der Meinwerkschule, der Pauline-von-Mallinkrodt-Schule, der Gesamtschule Paderborn-Elsen und der Sertürner Schule. Auch unter den Rufnummern 05251/88-1195, 88-1196 und 88-1640 kann Kontakt aufgenommen werden. Einen Überblick über die Arbeit liefert ein Informationsblatt.