Post- und Kommunikationsgeschichte im Neuhäuser Marstall

Das Fräulein vom Amt lässt grüßen

Ob Preußischer Postillion aus dem Jahre 1827, ein funktionstüchtiger Hughes-Telegrafenschreiber von 1870 oder das legendäre Fräulein vom Amt - die Ausstellung "Vom Stadtboten zur Informationsgesellschaft" führt sie alle zusammen. Bis zum 26. Januar 2003 präsentiert das Kulturamt der Stadt Paderborn gemeinsam mit dem Heinz Nixdorf MuseumsForum, der Universität Paderborn, dem Westdeutschen Rundfunk und Partnern aus der Wirtschaft Post- und Kommunikationsgeschichte in Paderborn und Ostwestfalen-Lippe im Historischen Museum im Marstall in Paderborn-Schloss Neuhaus. Eine Vielzahl wertvoller historischer Geräte und Dokumente aus den Museen für Kommunikation in Berlin und Frankfurt sowie aus regionalen Museen, Archiven und von weiteren Leihgebern werden neben neuesten technologischen Entwicklungen der Paderborner IT-Industrie gezeigt. Dabei wird insbesondere auf die herausragende Rolle des Computerpioniers Heinz Nixdorf eingegangen, der maßgeblich den Ruf Paderborns als Computerstadt prägte. Im Foyer des Heinz Nixdorf MuseumsForums ist ein zweiter Teil der Ausstellung zu sehen. Dort werden mehr als 100 Handys eines englischen Sammlers gezeigt, von den ersten "Knochen" bis zu aktuellen UMTS-Handys. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen, Filmen und Programmen für Schulklassen rundet die Exposition ab. In einem fast 300 Seiten starken farbigen Begleitbuch vertiefen namhafte Autoren die Thematik. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Sie wird am Freitag, 25. Oktober, um 19 Uhr im Audienzsaal des Neuhäuser Schlosses eröffnet. Mehr Infos zur Ausstellung auch im Internet unter "www.paderborn.de/stadtboten" und "www.stadtboten.itpb.de". Wer hätte sich um 1800 vorstellen können, welchen technologischen und wirtschaftlichen Quantensprung die Region des ehemaligen Fürstbistums Paderborn in den nachfolgenden 200 Jahren bis heute machen würde? Wer hätte damals gedacht, dass Zeit zum Lebensprinzip wird, dass man im Bruchteil einer Sekunde Kontakt zum anderen Ende der Welt aufnehmen kann und Raum und Zeit fast miteinander verschmelzen? Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, sich mit dieser technischen und wirtschaftlichen Entwicklung in der Kommunikationsgeschichte aktiv auseinander zu setzen.