Tafel erinnert an Bürgermeister Franckenberg
Dem Vater der Fischteiche zu Ehren
Paderborner Heimatfreunde weihten am Franckenberg-Denkmal an den Fischteichen eine Tafel ein, die an die Leistung des gleichnamigen Bürgermeisters erinnern soll. Franz Georg Franckenberg, Paderborner Bürgermeister von 1872 bis 1894, hat die Stadt das herrliche Naherholungsgebiet Fischteiche mit dem angrenzenden Wald, der sich bis zum Schützenplatz erstreckt, zu verdanken. Das gemeinsame Aufstellen der Tafel von Heimatverein und Stadt Paderborn an dem restaurierten alten Franckenberg-Gedenkstein markiert in etwa auch den Abschluss umfangreicher zweijähriger Arbeiten zur Umgestaltung dieses ältesten Paderborner Naherholungsgebietes. Mit maßgeblicher Unterstützung des Landes wurde das Gelände nicht nur aufgewertet, sondern auch in seiner ursprünglichen Gestalt wieder mehr sichtbar gemacht. Die Gedenktafel als neues Zeugnis vom Wirken Franckenbergs verbindet sich sinnvoll mit dieser Wiederherstellung historischer Strukturen. Franckenberg ließ seit Beginn der achtziger Jahre viele öde Hudeflächen, die in den Besitz der Stadt gekommen waren, in Rieselwiesen umwandeln, etwa die Lothewiesen im Nordosten der Stadt. Auch die Heideflächen am Dubelohgraben im Norden der Stadt sollten in dieser Weise meliorisiert, also verbessert werden. 1898 aber fasste der Bürgermeister einen weitsichtigen und kühnen Plan, der das weite Gebiet zwischen Dubelohgraben und Schützenplatz nicht nur ertragreicher, sondern zu einem Naherholungsgebiet für die Bürger machen sollte. Gegen heftige Kritik bis hinein in die Stadtverordnetenversammlung setzte er durch, dass von 1892 bis 1894 zunächst fünf, schließlich sechs Fischteiche am Dubelohgraben und benachbart ein Waldgebiet bis hin zum Schützenplatz angelegt wurden. Sein wichtigster Helfer war Oberförster Gustav Löffelmann vom Gemeindeforstamt Willebadessen. Bis in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts folgten viele weiter Maßnahmen zur Entwicklung des Gebietes. Die Kritik am Bürgermeister verstummte schon 1894. Er konnte sich seines Werkes aber nicht lange erfreuen. Als er eigenhändig nahe den Teichen eine Ulme bestieg, um sie zu beschneiden, fiel er von der Leiter, siechte lange an den Folgen dahin und verstarb am 10. November 1894 mit einundsiebzig Jahren. Am 3. November war ihm noch das rechte Bein amputiert worden. Die Stadt ehrte ihn 1896 durch den Gedenkstein, der heute noch bei der neuen Friedhofskapelle auf dem Ostfriedhof steht. 1932 beschloss der Heimatverein die Errichtung des Denkmals an den Fischteichen, 1935 benannte die Stadt den Waldweg zwischen Schützenplatz und Teichen nach Franckenberg. Sein Mitstreiter Löffelmann überlebte ihn zur um knapp zwei Jahre; er starb mit 48 Jahren.