PCB in der Mastbruchschule
Stadt reagierte sofort - Altbau geschlossen
Der Altbau der Mastbruchhauptschule in Schloß Neuhaus musste am gestrigen Donnerstag aufgrund von Belastungen mit dem Schadstoff PCB (polychlorierte Biphenyle) geschlossen werden. Die Stadt Paderborn reagierte damit umgehend auf die Bekanntgabe der Ergebnisse am späten Mittwochnachmittag. "Im Interesse der Gesundheit der Schüler und Lehrer hatten wir gar keine andere Wahl", so Schuldezernent Wolfgang Walter, der die Schließung angeordnet hatte. Betroffen von der Schließung des Altbaus sind vier 9. und vier 10. Klassen, insgesamt etwa 160 Schüler. Nach der dritten Stunde wurde ihr Unterricht am Donnerstag abgebrochen und findet in dieser Woche nicht mehr statt. Am Montag werden sie mit Bussen zur Busdorfschule gebracht, wo bis auf weiteres der Unterricht stattfindet. "Wir bedauern, dass für die Vormittagskurse der Volkshochschule vorerst andere Räume gefunden werden müssen", so Wolfgang Walter. Die Stadt wird mit Hochdruck an der Sanierung der belasteten Räume arbeiten. Beim Amt für Gebäudemanagement ist dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden. In Kürze soll auf einer Elternversammlung der Mastbruchschule von Experten detailliert über die PCB-Schadstoffsituation berichtet werden. In der Vergangenheit sind städtische Schulen auf PCB untersucht und nach einem Prioritätenplan saniert worden. Bei Messungen in den Ferien und einer zweiten Messung Ende der Ferien ist in der Raumluft eine erhöhte Konzentration des PCB-Schadstoffes festgestellt worden. Im Altbau der Mastbruchschule war der lange als Weichmacher von Fugenmassen verbaute Schadstoff in insgesamt 14 Räumen in einer Konzentration von mehr als 3000 Nanogramm pro Kubikmeter festgestellt worden. Dieser sogenannte Interventionswert verlangt eine Sanierung innerhalb der nächsten sechs Monate. In fünf Räumen wurden jedoch höhere Konzertrationen in der Raumluft festgestellt, die nach der PCB-Richtlinie eine sofortige Schließung erforderlich machten. Da die Räume im Altbau verteilt lagen, ordnete die Stadt eine vollständige Schließung des Gebäudes an.