Hochwertige Funde bei den Grabungen in Paderborn
Ofen wie ihn Westfalen nicht kannte
Eine ofenähnliche Anlage wie sie Westfalen bisher nicht kannte - das ist einer der ungewöhnlichen und wertvollen Funde, die bei den Grabungen auf einem Gelände an der Barkhauser Straße jetzt entdeckt wurden. Seit 1998 werden die Untersuchungen von der Stadt Paderborn in enger Zusammenarbeit mit dem Westfälisches Museum für Archäologie, Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Bielefeld und mit Förderung durch das Arbeitsamt Paderborn durchgeführt. Die Arbeiten werden im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein. Die Grabungen haben bisher schon zahlreiche hochqualitative Siedlungsbefunde der Jungsteinzeit und der vorrömischen Eisenzeit gebracht. Wie die Grabungsleiter Dr. Martin Gollwitzer und Dr. Jürgen Pape mitteilten, ist die fünf Meter lange und einen Meter breite ofenartigen Anlage besonders gut erhalten. Nach Angaben von Oberkonservator Dr. Werner Best vom Westfälischen Museum für Archäologie, Amt für Bodendenkmalpflege, Außenstelle Bielefeld, sind vergleichbare Anlagen bisher aus Westfalen und angrenzenden Gebieten nicht bekannt. Beim derzeitigen Stand der Grabung ist eine sichere Interpretation des Befundes nicht möglich. Der Ofen hat möglicherweise bei der Aufbereitung von Metallen eine Rolle gespielt. Bei ihren Grabungen sind die Experten jetzt außerdem auf eine große Siedlungsgrube gestoßen. Darin wurde eine vollständige nur durch den Erddruck zerbrochene Schale der Zeit um Christi Geburt freigelegt. Vollständige Gefäße sind auf Siedlungsgrabungen selten. Bei der Untersuchung der Flächen auf der anderen Seite der Barkhauser Straße wurden in den letzten Wochen in zwei Suchschnitten Brandgräber der vorrömischen Eisenzeit untersucht. Bisher war es selten möglich bei einer Ausgrabung eine Siedlung zusammen mit dem gleichzeitigen Friedhof zu erfassen. Der Fund einer Urne mit einem kleinen Beigefäß lässt weitere Gräber vor Ort vermuten.