Karl-Heinz Schoofs geht in den Ruhestand

69 Millionen für die Schülerbeförderung

Das gibt es auch nicht oft. 31 Jahre war Karl-Heinz Schoofs in der Paderborner Stadtverwaltung tätig und die gesamte Zeit nur im Schulverwaltungsamt. Der Experte für die Schülerbeförderung hat in all den Jahren nicht nur dafür gesorgt, dass die Schulbusse entsprechend den aktuellen Schülerzahlen der Schulen der Stadt verkehrten, sondern auch die Ausgabe der Schülerjahreskarten sowie der Lehrmittel gehörte zu seinen Pflichten. Jetzt geht er in den Ruhestand. Von den etwa 20.000 Schülerinnen und Schülern, die heute die städtischen Schulen besuchen, haben aufgrund ihrer Entfernung zu den Schulen etwa 5200 eine Schülerjahreskarte. Wenn es nach manchen Eltern gegangen wäre, hätten noch mehr Sprösslinge diese Karte bekommen. "Es kam schon vor, dass das Verwaltungsgericht bemüht wurde, um die Entfernung von der Wohnung zur Schule überprüfen zu lassen", erinnert sich der gebürtige Paderborner, der von der Bundeswehrverwaltung in Lippstadt damals zur Stadtverwaltung wechselte. Doch bei diesen Überprüfungen wurde deutlich, dass sich der Mann mit seinem Rädchen auf dem riesigen Stadtplan in seinem Dienstzimmer nicht ein einziges Mal vermessen hatte. Das Rädchen, mit dem er am Plan die Entfernung auf den Straßen und Wegen abfährt, hat selbst im Zeitalter des Computers und der digitalen Stadtgrundkarten keineswegs ausgespielt. Schoofs, der als erster im Schulverwaltungsamt einen Computer hatte und auch heute noch an der Volkshochschule das Schreiben an der PC-Tastatur lehrt, schätzt die auf den Meter genaue und herkömmliche Messweise noch immer. Dass Schülerbeförderung in der Ära Schoofs viel Geld gekostet hat, ist dem emsigen Beamten nicht anzulasten. Die Entfernung zwischen Wohnen und Schule sind gewachsen, neue Schulen hinzugekommen. Aus dem Etat von vor 31 Jahren mit etwa 200.000 Mark ist heute ein Vier-Millionen-Euro-Haushalt für die Schülerbeförderung geworden. In seiner Amtszeit hat Karl-Heinz Schoofs etwa 69 Millionen Euro ausgegeben, dafür hätte man sieben Schulen vom Typ der Lise-Meitner-Realschule bauen können.