Norman Shetler und Neville Tranter kommen
Internationale Stars setzen Schlussspunkt unter Paderborner Puppenspielwochen
Die 23. Paderborner Puppenspielwochen gehen langsam zu Ende, aber die ganz großen internationalen Stars des Figurentheaters kommen noch: Norman Shetler, der Amerikaner aus Wien, und Neville Tranter, der Australier aus Amsterdam. Norman Shetler tritt mit seinem „Musikalischen Puppenkabarett“ am Freitag, 4. April in der Galerie Am Abdinghof auf, Neville Tranter mit „Re: Frankenstein“ am Dienstag, dem 8. April in der Kulturwerkstatt. Norman Shetler ist vor allem Musikfreunden in seinem Hauptberuf ein Begriff: Er ist als Konzertpianist Begleiter weltberühmter Interpreten (Dietrich Fischer-Dieskau, Peter Schreier, Anneliese Rothenberger, Gidon Kremer u.a.). Als Puppenspieler macht er satirische Ausflüge und karikiert aus seiner genauen Kenntnis Musiker und ihrer Allüren, darunter auch einige große Bekanntheiten. Sein musikalisches Puppenkabarett riss das Publikum schon in der Staatsoper Berlin, dem Wiener Musikverein, dem Münchner Gasteig, der Deutschen Oper Berlin, und bei vielen Festivals wie dem Schleswig-Holstein-Musik-Festival, den Wiener Festwochen, dem Ludwigsburger und dem Rheingau-Festival, zu Begeisterungsstürmen hin. Bei dem Namen Neville Tranter bekommen auch gestandene Puppenspieler ein Glänzen in den Augen. Er ist einer der Großmeister des Puppentheaters. Sein virtuoses „Stuffed Puppet Theatre“ wird auf der ganzen Welt als „großes Theater“ gefeiert. „Seine Puppen sind nicht nur die besseren Menschen, bisweilen sind sie auch die besseren Schauspieler.“ sagte ein Journalist einmal über das Theaterwunder Neville Tranter. Sein „Frankenstein“ entstand in Koproduktion mit der europäischen Kulturhauptstadt Weimar 1999. Das Stück entführt in eine aberwitzige und dämonische Welt. Professor Frankenstein ist inzwischen gut 200 Jahre alt und arbeitet immer noch besessen an seinem Traum von einem „absoluten“ Menschen – und geht natürlich über Leichen, denn er arbeitet auch im Zeitalter von Gentechnologie und Klonen immer noch „klassisch“ mit Körperteilen und Elektrizität. Es treten auf: Professor Doktor Geheimrat Frankenstein, seine Tochter Anna, der in sie verliebte Assistent Hans Ruedi, Chefinspektor Cornerman und das Monster Hermann. Mehr über Tranter unter http://stuffedpuppet.nl. Kulturamtsleiter Gockel-Böhner: „Angesichts der finanziellen Gegebenheiten dürften solche Superstars der Szene nicht so schnell wieder nach Paderborn zu holen sein. Ich kann nur empfehlen, jetzt hinzugehen. Beide, Tranter und Shetler, waren an meinem ehemaligen Studienort Erlangen, wo das größte und wichtigste Figurentheaterfestival Deutschlands stattfindet, stets nur unter Mühen zu sehen, denn wenn sie nur angekündigt wurden, waren die Vorstellungen immer sofort ausverkauft. Daran hat sich dort bis heute nichts geändert. Auch in diesem Jahr im Mai ist Tranter dort der Star, letztes Mal war es Shetler.“