Internationale Gäste im Rathaus
Herrliche Uni, herrliche Stadt
"Hier gibt es nicht nur eine herrliche Uni, wir haben auch eine herrliche Stadt". Mit diesen Worten empfing Josef Hackfort, stellvertretender Bürgermeister der Stadt, Teilnehmer der International Graduate School der Uni Paderborn im Rathaus. In Englisch stellte er den weitgereisten Gästen Geschichte und Gegenwart Paderborns vor. Die International Graduate School „Dynamic Intelligent Systems“ wurde vom Land Nordrhein-Westfalen an der Universität Paderborn als „Center of Excellence“ eingerichtet. Sie bietet ein englischsprachiges strukturiertes Promotionsprogramm und richtet sich damit an herausragende Absolventen der Fächer Informatik, Mathematik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwissenschaft, die sich so innerhalb von drei Jahren für eine führende Aufgabe in Wissenschaft oder Industrie qualifizieren können. Innerhalb der sechs zur Internationalisierung der nordrhein-westfälischen Hochschulen eingerichteten Graduate Schools ist die Paderborner Einrichtung die einzige im Bereich der anwendungsorientierten Informatik: Forschungsschwerpunkt ist die Weiterentwicklung dynamisch vernetzter Systeme. Diese bestehen aus selbständig agierenden Systemen, die miteinander kommunizieren und ihre Entscheidungen untereinander automatisiert abstimmen. Solche technischen Systeme werden bereits heute in komplexen Anwendungen, z. B. beim Betrieb von Flugzeugen, angewandt, und werden in Zukunft eine noch weitaus wichtigere Bedeutung erlangen. Die ersten Doktoranden wurden in Paderborn im Herbst 2001 aufgenommen; inzwischen promovieren 28 Studierende aus 13 Ländern an der International Graduate School, im Endausbau sind etwa 50 Studierende vorgesehen. Allein für das Sommersemester 2003 hatten sich 85 Absolventen aus 22 Ländern beworben, von denen neun angenommen wurden. Im Gegensatz zur bisher in Deutschland üblichen Betreuung durch einen einzelnen „Doktorvater“ werden die Doktoranden der International Graduate School durch ein interdisziplinär besetztes Team von Hochschullehrern betreut, das jeweils aus drei der insgesamt 16 an der Graduate School beteiligten Professoren gebildet wird. In Verbindung mit dem strukturierten Promotionsprogramm ermöglicht diese Neuordnung des deutschen Promotionsstudiums eine deutliche Verkürzung der Promotionszeiten. Damit stehen die Doktoranden sehr viel früher als bisher dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Außerdem wird erst durch diese Reform ein Promotionsstudium in Deutschland auch für ausländische Wissenschaftler zu einer attraktiven Alternative zu vergleichbaren Studiengängen an anglo-amerikanischen Universitäten.