Vom 28. September bis 5. Okober
Musica Sacra mit Angelika Milster, dem Schönberg Chor, Nacht des Islam und Glocken-Sinfonie
Zum dritten Mal nach 1999 und 2001 findet in Paderborn das Festival „Musica sacra“ statt. Das Festival fasst den Begriff „Musica sacra“ sehr weit und führt aus den verschiedensten musikalischen Genres internationale Stars, nationale Berühmtheiten sowie regionale und lokale Künstler zusammen. Diesmal steht es unter dem Motto: „Das Singen der Seele: Mystik – Romantik – Postmoderne“. Ein spektakuläres Großereignis wird die Aufführung der Paderborner Glocken-Komposition: in einem Auftragswerk des spanischen Komponisten Llorenc Barber werden in der Innenstadt alle Glocken– und Paderborn hat bekanntermaßen zahlreiche davon – von einem Heer von Schlagwerkern gespielt. Der Neutöner Barber hat ähnliche Projekte auch schon für diverse europäische Kulturhauptstädte wie Lissabon und Stockholm sowie im Heiligen Jahr 2000 in Rom kreiert. Zu hören ist die Komposition am Abend des 28. September in der gesamten Innenstadt. Seine Paderborner Komposition widmet der Komponist dem neuen Erzbischof Hans-Josef Becker, der am selben Tag in sein Amt eingeführt wird. Diverse Veranstaltungen zur Kulturgeschichte der Glocke und zur Glocke als Musikinstrument werden die aufwendige Aufführung vorbereiten. Einen Höhepunkt des Paderborner Festivals markiert eine Nacht der Musik des Islam mit Ensembles aus Pakistan, dem Iran, Algerien und der Türkei. Ein sinnlicher Genuss aus Tanz und Meditation, aus mystischer und temperamentvoller Musik bis tief in die Nacht kulminiert in der „Oriental Groove Party“. Die Festivalmacher sind stolz, dass wieder der weltbekannte Arnold Schoenberg Chor aus Wien mit seinem Leiter Erwin Ortner nach Paderborn kommt. Der Chor tritt am 24.September 2003 mit der Nordwestdeutschen Philharmonie auf. Auf dem Programm stehen u.a. „Ein Überlebender aus Warschau“ von Schoenberg und der „Lobgesang“ von Mendelssohn Bartholdy. Star-Chorleiter Erwin Ortner bleibt noch in Paderborn und studiert mit dem Paderborner Musikverein und weiteren regionalen Chören im Rahmen eines Workshops Bruckners „Te Deum“ ein. Das Festival führt damit die Tradition fort, internationale Stars und lokale Chöre in künstlerischer Zusammenarbeit zu verbinden. So waren beim Festival 2001 das Hilliard Ensemble mit der Paderborner Domkantorei und Jazz-Posaunist Albert Mangelsdorff mit dem Paderborner Motettenchor zu erleben. Bruckners „Te Deum“ wird als vierter Satz zu Bruckners 9. Sinfonie mit der Nordwestdeutschen Philharmonie am 3. Oktober geboten. Das Konzert wird zum Ereignis, denn es wird von Lichtkunst flankiert. Eine Rauminstallation begleitet auch das ehrgeizige Projekt der großen protestantischen Kantorei Paderborns in der Abdinghofkirche am 26. September 2003. Sie singt Franz Schmidts Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“. Diese Produktion ist eine Kooperation mit den Göttinger Symphonikern und den Haller Bachtagen, wo sie nach der Paderborner Premiere später auch aufgeführt werden wird. Wie weit der Begriff von Musica sacra in Paderborn gefasst wird, zeigt auch das Kammerkonzert mit dem bekannten Mandelring Quartett, das u.a. Beethovens „Heiligen Dangesang eines Genesenen an die Gottheit“ aufführen wird. Weitere Facetten des Festivals sind „Musica sacra im Kinofilm“ und die schon traditionelle „Musica sacra im Jazz Club“. Angesichts des diesjährigen Schwerpunkts findet erstmals auch ostkirchliche Musik mit Erläuterung ihrer Funktionen im religiösen Leben Eingang ins Programm. Örtliche Künstler komplettieren das Programm, etwa das Westfälische Vocalensemble mit einem Te-Deum-Projekt von Hildegard von Bingen bis Arnold Schoenberg, der Motettenchor Paderborn, das Collegium musicum Paderborn sowie Kammerchor und Kammersolisten am Abdinghof. Der neue Paderborner Domorganist Gereon Krahforst gibt sein Antrittskonzert, und die Lokalmatadoren Uli Lettermann (Saxophon, Komposition) und Erich Rentrow (Rezitation) kreieren für das Festival ein „Mixtum compositum“ namens „Die Testamente des Franz von Assisi“. Ein regionaler Chorwettbewerb, der bereits begonnen hat, kommt im Festival selbst zum Finale. Bei der Eröffnungsveranstaltung im Audienzsaal in Schloß Neuhaus ist der Paderborner Kleinkünstler und vielfacher Preisträger –vom Deutschen Kleinkunstpreis bis zum Paderborner Kulturpreis- als Rezitator dabei, das Eröffnungskonzert am 19. September im Hohen Dom bleibt dem Domchor, der Domkantorei und der Kammerphilharmonie Kaiserpfalz vorbehalten.