Deutsch-Russische Gesellschaft im Rathaus gegründet
Nicht nur einer wird gewinnen
Gut 100 Interessenten waren ins Paderborner Rathaus gekommen. Nicht nur aus Paderborn, sondern auch aus Oerlinghausen, Rheda Wiedenbrück und Nordhessen. Mit dem in Paderborn lebenden Evgeni Lunkin hatte selbst der erste russische Kandidat bei Hans-Joachim Kuhlenkampf Samstagabendshow "Einer wird gewinnen" den Weg zur Gründungsversammlung der Deutsch-Russischen Gesellschaft Paderborn (DRG) gefunden. Und am Ende der knapp zweistündigen Versammlung konnte bilanziert werden: Mit dieser Gesellschaft kann nicht nur einer gewinnen, sie könnte ein Gewinn für die ganze Stadt werden. "Der Verein will in Paderborn und der Region Verständnis für Russland wecken und die deutsch-russischen Beziehungen beleben und pflegen", nannte Prof. Dr. Franz-Josef Kaiser, der einstimmig zum Präsidenten gewählt wurde, ein Ziel der DRG. Die deutsch-russischen Beziehungen hätten mit den beiden Weltkriegen eine leidvolle Geschichte erfahren. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zwischen Ost und West dürfe Rußland nicht ausgegrenzt werden, müssten Aussöhnung und Völkerverständigung vorangetrieben werden. Als weiteres Ziele des Vereins sah Kaiser die Integration der Russlanddeutschen. Allein in Paderborn leben etwa 7.700. Wie das geschehen soll, auch darüber verständigte sich der neue Verein bei seiner ersten Zusammenkunft. Über die Kultur, über persönliche Freundschaften, Kooperationen von Unternehmen, Einrichtungen, Verbänden sowie mit Informations- und Studienreisen will die DRG die Verbindungen nach Rußland weiter ausbauen. Dr. Norbert Börste, der zum Vizepräsidenten gewählt wurde, machte bereits auf ein großes Ausstellungprojekt im Jahre 2005 aufmerksam. Dabei soll die Geschichte der Rußlanddeutschen im Historischen Museum im Marstall dargestellt und durch aktuelle Veranstaltungen zum Thema im Adam- und Eva-Haus ergänzt werden. Im gleichen Jahr finden auch die Deutsch-Russischen Kulturtage in Paderborn statt.