Expertenrunde zum Paderborner Sport- und Freizeitmanagement der Zukunft

Optimale Struktur zum Sporttreiben

Die Ziele der Stadt Paderborn mit der kommunalen Sportförderung klar umreißen und die künftigen Aufgaben des Sportamtes der Stadt festlegen – das sind zwei Schlussfolgerungen aus der Runde mit Sportexperten im Paderborner Rathaus. Bürgermeister Heinz Paus hatte etwa 30 Vertreter aus Verbänden, Politik und Verwaltung eingeladen um über die Zukunft des Sport- und Freizeitmanagements in der Stadt zu reden. Referent Prof. Dr. Lutz Thieme von der Fachhochschule Rhein-Ahr-Campus Remagen ging auf die aktuellen Herausforderungen an ein kommunales Sportmanagement ein. Er machte deutlich, dass der Sportverein seine Monopolstellung als Anbieter des Sports verloren habe. Schon 1993 sei in Paderborn laut der Sportverhaltensstudie der Stadt der Sport zu 59 Prozent privat organisiert worden und nur zu 21 Prozent im Sportverein. Thieme redete einer gezielten, auf Ergebnisse gerichteten Sportförderung das Wort. Sportförderung könne in Zeiten knapper Kassen nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen. Wichtig sei, dass die Leute überhaupt Sport treiben und Spaß an ihm hätten und weniger, ob sie dies im Verein oder in einem privaten Fitness-Studio tun. Die Bedeutung der sozialen und integrierenden Rolle der Sportvereine betonte Manfred Krugmann, 1. Vorsitzender der DJK Mastbruch, und sah sich dabei auch von Eva Kremliczek, Vorsitzende des Stadtsportverbandes Paderborn, unterstützt, die fragte: „Wo bleiben die Vereine?“ Dieser Diskussionsprozess zur Zukunft des Paderborner Sport- und Freizeitmanagements fand gleich von einer Reihe von Experten viel Zustimmung. So gratulierte Rudolf Berhacker, Sportamtsleiter der Stadt München und 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sportämter, zur jetzt losgetretenen Diskussion, fand jedoch die von Thieme vertretene These der Förderung kommerzieller Angebote äußerst gefährlich. Willi Lenz, Geschäftsführer des Ahorn-Sportparks und 1. Vorsitzender des Ahorn-Sportclubs und Golfclubs Bad Lippspringe, forderte wie Matthias Hornberger, 1. Vorsitzender der Sportjugend Paderborn, und dessen Bruder Martin, Vizepräsident des SC Paderborn, eine umfassende Analyse der städtischen Sportförderung, um darauf aufbauend Überlegungen für die Zukunft zu treffen. Sportdezernent Wolfgang Walter sicherte zu, dass die Verwaltung ein Diskussionspapier in dieser Richtung ausarbeiten und in einer Fortsetzung dieser Runde präsentieren werde. Bürgermeister Heinz Paus sah in dieser Veranstaltung den „kick off“, den Startschuss für weitere Gespräche. Es gehe im Sport- und Freizeitmanagement in Paderborn um Optimierung. Der Paderborner Sport sei bereits auf einem guten Weg und habe sich regional und überregional schon einen hervorragenden Namen gemacht. Paus: „Ziel muss es jetzt sein, trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen eine optimale Struktur für den Paderborner Sport zu erarbeiten, die noch mehr Menschen zum Sporttreiben ermutigt."