Führung am 19. Februar
Neues "Schatzkästchen"
Viel Lob von Museumsexperten gab es für die kürzlich eröffnete Dauerausstellung der Glas- und Keramiksammlung von Hans Joachim Nachtmann im Neuhäuser Marstall. Als ein neues „Schatzkästchen in der ostwestfälischen Museumslandschaft" bezeichnete der 1. Vorsitzende der Vereinigung Westfälischer Museen, Dr. H. Polenz, die Ausstellung. Sie ist ein Gemeinschaftswerk von Stifter Hans Joachim Nachtmann mit dem Westfälischen Museumsamt, dem städtischen Hochbauamt, dem Kulturamt und zuständigen Kurator im Marstall, Dr. Norbert Börste. Am Mittwoch, 19.Februar, um 16 Uhr werden Hans Joachim Nachtmann und Dr. Norbert Börste gemeinsam durch die Neueinrichtung kostenlos führen. Nachtmanns Sammlungsbestand von Gläsern und Keramik reicht vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Er macht einen Teil des verloren gegangenen Inventars der fürstbischöflichen Residenz Neuhaus wieder sichtbar. Nachtmann fand in dem Schlossgraben nicht nur zahlreiche Alltagskulturgegenstände und hochwertige Glas- und Keramikfragmente der ehemaligen Residenzbewohner, sondern darüber hinaus sammelte er im Laufe von Jahrzehnten komplette Gläser und keramische Gefäße, die zum Teil zu den Fragmenten passen. Neben Kostbarkeiten internationaler Herkunft finden sich darunter zahlreiche Spitzenobjekte aus dem ostwestfälischen Raum, zum Beispiel von der Glashütte Emde bei Driburg, sowie den berühmten Produktionsstätten Europas, wie Venedig, Böhmen, Schlesien, Thüringen, Potsdam, Sachsen und den Niederlanden. Die Sammlung Nachtmann gehört zu den bedeutendsten Privatsammlungen ihrer Art in Westdeutschland. Zu Beginn des Rundgangs sind die Funde aus dem nahe liegenden Schlossgraben zu sehen. In den anschließenden Räumen kann der Besucher erlesene Stücke der Keramik- und Glaskunst von der Antike bis zur Neuzeit an herausragenden Einzelstücken nachvollziehen. Mit Hilfe von Inszenierungen können auch die Veränderungen der Tischkultur nachvollzogen werden. Eine Darstellung zeigt die Neuhäuser Schlossküche und Teile der fürstbischöflichen Tafel, die andere die Offizierstafel der 8. Husaren und Teile einer ehemaligen Neuhäuser Husarengaststätteneinrichtung, der ehemaligen „Waldlust“ der Familie Becker. Diese Inszenierungen geben einen realistischen Einblick in die Lebensgewohnheiten der ehemaligen Schlossbewohner und wurden zusätzlich noch mit städtischen Depotbeständen und des Altertumsvereins Paderborn erweitert.