Erfolgreicher Rohrvortrieb unter dem Nordbahnhof
Neuer Kanal für die Stadtheide
Es geht um Mikrotunneling. Nein, das ist keine neue Trendsportart. Es geht um die Frage, wie verlege ich einen Abwasserkanal von etwa 150 Meter Länge vom Tegelweg bis zur Salierstraße unter den Schienen am Nordbahnhof? Da dieser Kanal nicht nur 30 oder 40 Zentimeter dick, sondern gleich einen Durchmesser von 1,20 Metern hat, ist Einfallsreichtum gefragt. Das Zauberwort heißt Mikrotunneling. Im Auftrag des Stadtentwässerungsbetriebes Paderborn (STEB) hat eine darauf spezialisierte Firma aus Berlin das Kunststück fertig gebracht und innerhalb von .... Wochen die tonnenschweren Rohre unter die Gleise gebracht. Mit einem 13,5 Tonnen schweren Bohrkopf hat sie eine Röhre gebohrt und die Rohre nachgeschoben. 4,5 Zentimeter pro Minute hat sich der Kopf durchs Erdreich geschoben und das gerade einmal etwa zwei Meter unterhalb der Gleise. Da die Bedingungen südlich der Dr. Röhrig-Damm-Brücke aufgrund des hohen Grundwasserspiegels sowie der Beeinträchtigungen durch den Schienenverkehr nicht gerade einfach waren, kam es auf höchste Aufmerksamkeit und Präzision an. "Das Mess- und Steuersystem aus Laser und automatischer Bohrkopfsteuerung erwies sich als sehr zielgenau. Am Zielschacht an der Salierstraße wurden Abweichungen von etwa einem Zentimeter gemessen", so Raimund Prenger, Werkleiter des STEB. Vom Ausgangspunkt an der Nordstraße war erst in Richtung Salierstraße und in einem zweiten Schritt in Richtung Tegelweg gebohrt worden. Dieser Abwasserkanal gehört zum Abwassersammler "Stadtheide". Der gesamte Kanal soll vom alten Klärwerk an der Hans-Humpert-Straße über den Schützenplatz bis zur Salierstraße führen und im Herbst fertig gestellt sein. Die Arbeiten auf dem Schützenplatz sollen jedoch bereits im Juni beendet werden. "Wir werden mit diesem Kanal die Abwassersituation in der Stadtheide deutlich verbessern, da wir die Durchflusskapazität erhöhen", so Prenger. Neben diesem neuen Kanal wird der alte (er verläuft weiter nördlicher im Bett des Rothebachs) weiter bestehen bleiben. Der STEB wird für die Gesamtmaßnahme 550.000 Euro ausgeben.