Ausstellung "Vom Stadtboten zur Informationsgesellschaft"

Wegen großer Resonanz weiter im Internet

Mit etwa 11.000 Besucherinnen und Besuchern zählt die Sonderausstellung „Vom Stadtboten zur Informationsgesellschaft“ im Marstall zu den erfolgreichsten des Paderborner Kulturamtes. Noch bis Sonntag, 26. Januar, ist sie im Neuhäuser Marstall zu sehen. Augrund der riesigen Resonanz haben sich die Organisatoren entschlossen, die Schau auch weiterhin im Internet unter der Adresse "itpbstadtbotende." zu sehen sein. Wie sich die Welt der Information in Paderborn und Ostwestfalen-Lippe entwickelt hat, zeigt diese spannende Ausstellung. Aktionen zum Mitmachen, zahlreiche seltene Original-Exponate, Video-Installationen, eine attraktive und informative Ausstellungs-Landschaft sowie Veranstaltungen mit prominenten Experten trugen dazu bei. Die Ausstellung ist in zwei Bereiche unterteilt: Einerseits vier Schwerpunkt-Themen und andererseits chronologische Stationen, welche ausgesuchte bedeutende Abschnitte der Post- und Kommunikationsgeschichte der letzten 200 Jahre beleuchten. Ein Online- und Offline-Museumsshop, Exkursionen, Podiumsdiskussionen und Führungen rundeten das Angebot ab. Ausgehend von der Thurn- und Taxischen Reichspost werden hier eines der ältesten erhalten Postschilder Europas, das Posthausschild von Warendorf, 1765, ausgestellt aus Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main neben weiteren historischen Posthausschildern, Graphiken, Postbelegen, Posttaxen, Karten, Plänen und Postalia aus dem reichen Bestand des Archivs des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn und den Fachmuseen in Berlin und Frankfurt, aber auch von privaten Leihgebern und aus den benachbarten westfälischen Archiven und Museen. Die Ausstellungseinheit mit der Darstellung des ausgegrabenen Hellweges wird auch weiterhin zu sehen sein und ständig mit Ausgrabungsfunden vom Balhorner Feld aktualisiert. Vor einigen Jahren wurde ein etwa 17 Meter langer Originalteil des Hellweges aus dem 13. Jahrhunderts ergraben und teilweise geborgen. Der Hellweg ist die älteste Kommunikationsachse in Nordwesteuropa von Gent bis nach Nowogorod. Auf diesem Wege reiste schon Karl der Große. Pilger, Händler und Reisende hinterließen zahlreich Relikte, die in der Ausstellung zu sehen sind. Filme von der Ausgrabung wurden vom Westdeutschen Rundfunk produziert und auf einem Großbildschirm von Fujitsu Siemens (Plasmabildschirm) projiziert. Der Hellweg ist auf einer Strecke von ca. 15 Metern „begehbar“.    Zum Thema ist in der bekannten Schriftenreihe  des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalen ein  hervorragendes Nachschlagekompendium mit zahlreichen Beiträgen  für den Kommunikationssektor entstanden, das über die Ausstellung hinaus von großem Wert ist: Dr. Norbert Börste (Hg. im Auftrag der Stadt Paderborn), „Vom Stadtboten zur Informationsgesellschaft – Post- und Kommunikationsgeschichte in Paderborn und Ostwestfalen-Lippe; Reihe: Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte, Band 44. 272 S., durchgehend farbig bebildert. ISBN 3-89710-236-6, Bonifatiusverlag. Das Buch ist auch an der Kasse der Museen im Marstall erhältlich, 24,80 Euro.