Ab 14. Juli Balhornstraße für Durchgangsverkehr gesperrt

Kanalbauer öffnen "Paderborner Stöpsel"

Ab Montag, 14. Juli, wird die Balhornstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Grund dafür sind Kanalbauarbeiten. Diese Straße sowie die Bahnhofstraße gehören zum dritten und somit letzten Bauabschnitt des großen Sammelkanals für Schmutz- und Regenwasser „Riemekeviertel“. Das teilt der Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn (STEB) mit. Mit diesen Arbeiten wird der Neubau bzw. die Sanierung des Kanals von der Neuhäuser Straße bis zur Bahnhofstraße komplettiert. Insgesamt werden für die Sanierungsarbeiten etwa 18 Kalenderwochen benötigt und somit ist im November 2003 mit dem Abschluss der Arbeiten zu rechnen. Während der gesamten Bauphase ist in der Balhornstraße kein Durchgangsverkehr möglich. Die Bauleitung und der ausführenden Tiefbaufirma tut alles Erdenkliche, um die Behinderungen für die Anlieger möglichst gering zu halten. Die Post ist aber jederzeit mit dem Auto zu erreichen. Die gesamte Sanierungsmaßnahme wird in mehrere Abschnitte aufgeteilt, so dass zu keiner Zeit die gesamte Balhornstraße betroffen sein wird. Die Straßendecke wird nach Ende des jeweiligen Bauabschnitts wiederhergestellt. Ungünstige Witterungsbedingungen und oder andere unvorhersehbare Ereignisse können die vorauskalkulierten Terminangaben verändern. Daher kann keine Gewähr für die Einhaltung der Termine übernommen werden. Die Maßnahme ist notwendig, weil die Kanalisation im Riemekeviertel in vielen Bereichen veraltet und durch die zunehmende Bebauung zu klein geworden ist. Die teilweise schadhaften Kanäle werden durch den neuen Sammler ersetzt. Das Einzugsgebiet „Riemekeviertel“ hat eine Gesamtgröße von etwa 150 Hektar. Dies entspricht einer Größe von etwa 300 Fußballfeldern. Der neue Sammler teilt das Gebiet in zwei vergleichbar große Flächen, womit jedoch beide Einzugsgebiete entlastet werden. Da bei einem so großen Einzugsgebiet erhebliche Wassermengen anfallen, wurde der Entlastungssammler so ausgelegt, dass auch das anfallende Wasser bei extremen Regenereignissen schadlos abgeführt werden kann. Im ersten Bauabschnitt in der Neuhäuserstraße / Rathenaustraße wurde ein Kanal mit einem Innendurchmesser von 1,80 Metern verlegt. Dieser ist in der Lage eine Wassermenge von etwa 5.000 Litern pro Sekunde abzuleiten. Dies entspricht der Wassermenge der Pader bei Normalwasserstand. Das Ganze ist vergleichbar mit einem riesigen Stöpsel, der bei einem Starkregen einfach gezogen wird. Das Wasser läuft ab, bevor es in die Keller der Anwohner gelangen kann. Damit diese Wassermenge auch dem Straßenverlauf folgen kann, wurden Schächte in Abmessungen von etwa 3 x 6 Metern eingebaut. Allein das Gewicht eines Rohres von 2,50 m Länge entspricht dem Gewicht von etwa zehn VW Golf. Aus diesem Grund waren nicht nur die Baumaschinen und Kräne deutlich größer als bei anderen typischen Paderborner Kanalbaustellen, auch die Bauzeit war aufgrund dieser und anderer Erschwernisse länger als gewöhnlich. Da an der Rathenaustraße die Paderborner Hauptniederlassung der Deutschen Telekom AG liegt, mussten auf der gesamten Sanierungsstrecke Kabelpakete erheblichen Ausmaßes unterquert werden, natürlich ohne diese zu beschädigen. Auch die zu unterquerenden Gas- und Wasserleitungen der westlichen Kernstadt verlaufen durch die Rathenaustraße wie durch ein Nadelöhr. Sobald der größte Teil der Gesamtmaßnahme abgeschlossen ist, wird in näherer Zukunft nur noch ein Zulaufkanal im Bereich der Schulstraße / Fürstenbergstraße erneuert. Hiermit wird sichergestellt, dass das Wasser auch die vorhandenen Sammler erreichen kann und nicht schon vorher aus der Kanalisation austritt.