Zehn Jahre Städtefreundschaft Paderborn und Przemysl
Paderborn schmeckte einfach gut
Przemysl/Dass die Blaubeeren beim Kochkurs von Heidi Wernerus-Neumann, der rührigen Vorsitzenden des Deutsch-Polnischen Freundeskreises in Paderborn, und Manfred Schlaffer vom Kulturamt der Stadt Paderborn im Hotel Albatros in Przemysl auf dem Tisch landeten, statt in der Schüssel, war Pech. Dass der Koffer von Bürgermeister Heinz Paus auf dem Flug verschollen war und sich erst zwei Stunden vor der offiziellen Eröffnung der Paderborner Kulturtage in Przemysl wieder anfand, war Glück. Und dass der Bus des Chores vom Goerdeler Gymnasiums und der Gruppe "Tanzbaum", die durch ihre Auftritte beeindruckten, auf der Rückreise seinen Geist aufgab, war aber auch die letzte Panne einer ansonsten rund um gelungenen Geburtstagsfeier. 130 Paderbornerinnen und Paderborner hatten sich auf den langen Weg in die polnische Partnerstadt Przemysl gemacht, um unter der Paderborn-Fahne einen kulturellen Glückwunsch aus der Paderstadt zu übermitteln. Neben einer Delegation des Rates waren es vor allem Künstlerinnen und Künstler, die die Paderborner Kultur in der 70.000 Einwohner zählenden Stadt am südöstlichen Zipfel Polens präsentierten. Höhepunkt dabei war ein dreitägiges Straßenfest, das mit mehr als 10.000 Besuchern alle Erwartungen übertraf. Ob die "Querschläger" oder "Boimana Ju & Eluvrien" mit ihren Trommeln, die "Q-Big Band" der Schule für Musik mit ihren Rhythmen oder die "Madison Band" mit dem Paderborn-Lied - sie alle sorgten für Paderborner Flair. Heidi Wernerus-Neumann hatte übrigens vorgesorgt. Beim Besuch der Schüler des 1. Lyzeums aus Przemysl in Paderborn im Februar hatte sie den Kindern den Text des Paderborn-Liedes mitgegeben. Und da der Text auch beim Sprachenkolleg in Przemysl die Runde gemacht hatte, konnten viele junge Polen mit einstimmen. Dank der Unterstützung von Sponsoren, wie der Firma Stute und der Brauerei Strate Detmold, konnten kulinarische Genüsse aus Westfalen angeboten werden. So betreuten die Paderborner Landfrauen einen Stand, an dem westfälische Spezialitäten, wie Schinken, Wurst und Brot, lockten. Auch die von Paderborner Kunsthandwerkerinnen angebotenen Workshops fanden viele Freunde. Großes Interesse gab es auch für die Ausstellungen "Biblische und weltliche Gestalten" von Prof. Walter Schrader und "Welten eu miniature" von Petra Hartmann in der Galerie für zeitgenössische Kunst in Przemysl. "Allen Künstlern und Gruppen ein großes Dankeschön", so Bürgermeister Heinz Paus. Mit viel Engagement, guten Ideen und großer Begeisterung haben sie zum Gelingen dieser Jubiläumsfeier beigetragen und ein eindrucksvolles Bild der Paderborner Kultur präsentiert, so Paus. Der Bürgermeister, der direkt vom Treffen mit den ehemaligen Paderborner Zwangsarbeitern aus der Ukraine nach Przemysl gekommen war, hatte gemeinsam mit dem Stadtpräsidenten von Przemysl, Robert Choma, im Rahmen der Feiern vier Paderbornerinnen und Paderborner ausgezeichnet, die sich um die Städtefreundschaft besonders verdient gemacht haben. Altbürgermeister Wilhelm Lüke, Heidi Wernerus-Neumann sowie Oliver Boraucke und Susanne Brinkmann vom Jugendamt der Stadt Paderborn wurden neben einer Reihe von Personen auf polnischer Seite geehrt. Dass die Paderborner Kultur den polnischen Gastgebern im wahrsten Sinnen des Wortes schmeckte, lag nicht zuletzt auch an dem mit fast 100 Gastschmeckern gut besuchten Kochseminar von Heidi Wernerus-Neumann und Manfred Schlaffer. Neben den Klassikern, wie der Paderborner Hochzeitssuppe und dem Paderborner Kartoffelkuchen kreierten die Beiden zum Zehnjährigen eine symbolträchtige Premiere: Feines Rahmgeschnetzeltes Paderborn-Przemysl.