Städtische Galerie in der Reithalle

Naive Malerei

Unter dem Titel "double vie" zeigt die Städtische Galerie in der Reithalle in Schloß Neuhaus Klassiker der französischen Naive. Bis zum 17. August werden die etwa 70 Gemälde der Klassiker Bauchant, Bombois, Rousseau, Séraphine und Vivin aus der Sammlung Charlotte Zander präsentiert. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen finden am Donnerstag, 16. Juli um 17 Uhr und am Mittwoch, 30. Juli, um 18 Uhr statt. Charlotte Zander begann in den frühern 60er Jahren Naive Kunst von internationaler Klasse zu erwerben. Sie verfügt heute mit 4.000 Werken über die größte Sammlung der Welt. Die Geschichte der Naiven Malerei begann 1886 in Paris. Der als Autodidakt Henri Rousseau stellte damals zum ersten Mal im Salon des Indépendants aus und wurde daraufhin schnell zum Liebling der französischen Avantgarde. Zu seinen Bewunderern zählten nicht nur Signac, Gauguin, Derain, Vlaminck, Delaunay, sondern auch Picasso, der gleich fünf Bilder von Rousseau erwarb. 1912 veröffentlichten Kandinsky und Franz Marc sieben Arbeiten Rousseaus im Almanach "Der blaue Reiter". Im folgenden Jahr waren 22 seiner Gemälde im Ersten Deutschen Herbstsalon zu sehen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt gehörte die Naive offiziell zur Kunst des 20. Jahrhunderts.