Bürgermeister Heinz Paus löste Versprechen ein
Blumen für das Grab von Bruder Johannes
Bei seinem Besuch von ehemaligen Zwangsarbeitern in Donezk hatte er Jelena Archipowna Drosdowa (80 Jahre) das Versprechen gegeben. Jetzt löste es das Stadtoberhaupt ein. Die ehemalige Zwangsarbeiterin bat Heinz Paus herauszubekommen, wo der Mensch begraben liegt, der ihr und ihren Mann während ihrer Zeit in Paderborn lebensrettende Hilfe leistete. Nach seiner Rückkehr ließ Bürgermeister Heinz Paus nachforschen und sehr schnell wurde man auf dem Ostfriedhof fündig. Das Grab von Bruder Johannes ist kein Einzelgrab. Bruder Johannes ist auf einem größeren, mit einem Steinkreuz gekennzeichneten Grabfeld der Barmherzigen Brüder beerdigt. Dort legten Bürgermeister Heinz Paus und Krankenhausoberer des Brüderkrankenhauses St. Josef, Bruder Rainer Hellinger, jetzt Blumen nieder. Mit 19 Jahren wurde die Studentin der Medizin Jelena Drosdowa als Zwangsarbeiterin nach Paderborn verschleppt. Sie wurde dem Frauenlager der Möbelfabrik Welle zugewiesen. Dort musste sie gemeinsam mit anderen Zwangsarbeiterinnen Munitionskisten in großen Stückzahlen zusammenbauen. Später wurde sie als Krankenschwester der „Russenbaracke“ des St. Josefs-Krankenhauses eingesetzt. Dort wurden kranke Zwangsarbeiter medizinisch betreut. Während dieser Zeit freundete sie sich mit einem jungen Zwangsarbeiter an, den sie später heiratet. Der Mann, der bei der Fa. Lödige arbeitete, wurde bei einem Streit unter den Arbeitern geschlagen und in einen Keller gesteckt. Jelena Drosdowa erinnerte sich während des Gesprächs mit dem Bürgermeister: „Ich hatte Todesangst. Ich war schon schwanger“. In dieser verzweifelten Situation half Bruder Johannes aus dem Josefs-Krankenhaus. Der Mann, dessen Name Anton Henkel ist, bekommt den jungen Zwangsarbeiter aus dem Keller frei und verschafft dem Paar in Bad Hermannsborn (Bad Driburg) in einem Betrieb eine neue Einsatzstelle. Anton Henkel, der in Weissenborn bei Erfurt geboren wurde und 1964 in Paderborn starb, hat über diese Tat nie gesprochen. Bürgermeister Heinz Paus würdigte dieses Engagement als herausragende Tat, die viele Gefahren für Bruder Johannes mit sich brachte.