Im Gespräch mit Paderborns Bürgermeister Heinz Paus
Lebendige Freundschaft
Die Weltkugel auf dem Titel des jetzt erschienenen Partnerschaftsjournals 2002 macht es deutlich: Paderborns Freundschaften zu den sechs Partnerstädten reichen um den Globus. Einen Eindruck, wie diese Verbindungen aussehen, bekommt man beim Durchblättern des fast 250 Seiten starken Werkes auch. Vorgestellt wird es alljährlich in der Sitzung des Partnerschaftskomitees der Stadt. Jüngst erst trafen sich unter den Fahnen der befreundeten Städte die "Macher" der Städtefreundschaften, um Bilanz zu ziehen und einen Ausblick für das kommende Jahr zu geben. Das PADERBORN JOURNAL sprach mit dem Vorsitzenden des Komitees, Bürgermeister Heinz Paus, darüber. P.J: Sechs Städte fast über den Globus verteilt - da macht das Reisen dem Bürgermeister sicher Freude. Das ist ganz sicher so, zumal es mir mit meinem Besuch in unserer amerikanischen Partnerstadt Belleville in Illinois gelungen ist, seit meinem Amtsantritt im September 1999 alle sechs Paderborner Partnerstädte besucht zu haben. Ich sehe dies als ein Signal, als eine Geste, dass der Rat, dass die Stadt diese Verbindungen schätzt und auch künftig ausbauen möchte. Doch unsere Städtefreundschaften sind mit Sicherheit kein Polittourismus, dafür haben diese Kontakte eine viel zu breite Basis durch das ehrenamtliche Engagement unterschiedlicher Vereine, Institutionen, Schulen und Gruppen. Sie alle leisten einen unverzichtbaren Beitrag, dass sich Paderborn als weltoffene, internationale Stadt präsentieren kann. P.J: Wer sind diese "Väter" der Freundschaft? Da sind sicherlich viele zu nennen. In erster Linie natürlich die Deutsch-ausländischen Freundeskreise. Die Vereine haben das Klima in der Stadt nachhaltig mitgeprägt. Dafür gilt ihnen ganz besonderer Dank. Aber auch viele Paderborner Schulen, Löschzüge der Feuerwehr, die Universität oder Firmen haben sehr enge Beziehungen zu den Partnerstädten. Gerade das macht diese Städtefreundschaften sehr lebendig. Die Freundschaft ist oftmals ganz persönlicher Natur. P.J: Kennen Sie Beispiele? Jüngst habe ich bei einem Empfang im Rathaus Christoph Zatlonkal aus unserer polnischen Partnerstadt Przemysl kennen gelernt. Er kam 1994 als Schüler zum internationalen Jugendcamp erstmals nach Paderborn. Danach hat er immer wieder über Heidi Wernerus-Neumann, die Vorsitzende des Freundeskreises Paderborn-Przemysl, den Kontakt nach Paderborn gesucht, Praktika absolviert und beim Empfang stand er als Deutschlehrer vor mir und kam nun erstmals mit seinen Schülern, um ihnen diese Freundschaft ans Herz zu legen. P.J: In Zeiten knapper Kassen bleibt sicherlich auch der Etat der Partnerschaften vom Sparen nicht verschont. Wir haben ihn um 11 Prozent gekürzt, werden jedoch das ehrenamtliche Engagement der Freundeskreise weiterhin unterstützen. Wir wollen stärker auch die Möglichkeiten der finanziellen Förderung der Partnerschaftsaktivitäten durch die Europäische Union nutzen. Einzelheiten dazu sind im Partnerschaftsreferat der Stadt unter der Rufnummer 05251/88-1374 zu erfahren. Welche Höhepunkte wird es in diesem Jahr bei den Städtepartnerschaften geben? Das zehnjährige Bestehen der Städtefreundschaft zwischen Paderborn und Przemysl, das traditionelle Treffen der Jugendorchester im April in Paderborn sowie das internationale Partnerschaftstreffen in Le Mans (Frankreich) sind nur drei Begegnungen. Im Mai werden im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums in Przemysl Paderborner Kulturtage stattfinden, bei denen eine ganze Reihe Paderborner Künstler mitwirken werden. Zu Libori soll das Europawochenende dann im Zeichen Przemysls stehen. Auch spanische Jubiläen stehen ins Haus: Die Deutsch-Spanische Gesellschaft wird im Mai ihr 25jähriges Bestehen feiern. Der Spanische Elternverein Paderborn kann auf 30 Jahre zurückblicken.