Stadt Paderborn startet Bildungsoffensive

Mit "Kompass" auf dem richtigen Weg

"Es bedarf einer ganzen Stadt, um ein Kind zu erziehen". Der Satz, der im Rahmen der Auftaktveranstaltung für das Projekt "Kompass" fiel, hätte durchaus ihr Titel sein können. Denn mit dieser Bildungsoffensive der Stadt Paderborn, die gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt wird, soll die Qualität an den städtischen Schulen und die Kooperation der Schulen mit außerschulischen Partnern, wie Jugendhilfe und Unternehmen, gefördert werden. Darum hatte Bürgermeister Heinz Paus auch alle Schulleiterinnen und Schulleiter der 45 städtischen Schulen ins Rathaus eingeladen. "Wir wollen den einzigen Rohstoff, den wir haben, die Bildung, noch konsequenter für die Entwicklung unserer Stadt nutzen", so Paus eingangs. Mit der "Lernstatt Paderborn" - die Stadt investiert hier mit der Hilfe von Sponsoren 3,6 Millionen Euro in die Informationstechnik an den Schulen, mit speziellen Schulprogrammen und der Schulsozialarbeit, die ihre erste Bewährungsprobe bereits bestanden habe, sei die Stadt bereits auf einem guten Weg. Doch jetzt gelte es mit "Kompass" alle Kräfte zu bündeln, um die Bildung in der Stadt insgesamt voran zu bringen. Dass dies nicht ohne finanzielle Opfer gehe, sei klar. Paus kündigte an, dem Rat ein Investitionsprogramm vorzulegen, mit dem die Infrastruktur an den Gebäuden der Schulen verbessert werden soll. Die Einzelheiten zum Projekt stellte Sigrid Meinhold-Henschel von der Bertelsmann-Stiftung vor. Schwerpunkt dabei seien die Entwicklung eines kommunalen Bildungsreports. Darin seien Informationen über die Bildungslandschaft genauso verankert wie der Dialog aller an der Bildung in der Stadt beteiligten Partner und die Steuerung des Prozesses. Die jährliche Fortschreibung dieses Reports sichere nicht nur eine zukunftgerechte Bildungsinfrastruktur, sondern stärke unter anderem auch die Kooperation zwischen den Schulen und außerschulischen Partnern. In der regen Diskussion fragten gleich mehrere Schulleiterinnen und Schulleiter nach dem konkreten Nutzen für ihre Schule. "Wenn wir mit dieser Untersuchung feststellen, wo die Schulen stehen, wo Stärken und Schwächen liegen, dann wissen wir auch, wo wir den Hebel ansetzen müssen, um Defizite abzubauen", so Bürgermeister Heinz Paus. Der Rat und die Verwaltung hätten sich geöffnet für dieses Projekt, um optimale Voraussetzungen für die Entwicklung der jungen Generation in der Stadt zu schaffen. "Diese Chance sollte jetzt genutzt werden", so der Bürgermeister. Schuldezernent Wolfgang Walter, der die Diskussion leitete, betonte jedoch, dass man die Schulen nicht zwangsverpflichten wolle für "Kompass". Um jedoch eine möglichst breite Datenbasis zu bekommen, wäre es sinnvoll, wenn möglichst viele Schulen mitmachen würden, so Walter. Nachdem der Rat bereits im Dezember des letzten Jahres grünes Licht für das Projekt gegeben hatte, soll nach dieser ersten Information unverzüglich mit der Datenerhebung begonnen werden. In einem ersten Schritt wird dabei die technische Ausstattung der Schulen untersucht.