1. Paderborner Unternehmersymposium

Stärken des Standorts ins Schaufenster

Was kann die Politik tun, um die Zukunftschancen des Wirtschaftsstandortes Paderborn zu verbessern? Das war eine zentrale Frage des 1. Paderborner Unternehmersymposiums. Dazu hatte Bürgermeister Heinz Paus ins Rathaus eingeladen. Und die Antworten auf die von ihm und CDU-Ratsfraktionsvize Dietrich Honervogt an die etwa 70 Unternehmer, Vertreter der IHK, des Arbeitgeberverbandes, der Wirtschaftsjunioren, der Mittelstandsvereinigung, des Handwerks, der Werbegemeinschaft und weiterer Paderborner Institutionen gerichtete Frage waren vielschichtig. Sie solle Foren, wie dieses Symposium, schaffen, in denen die Verantwortlichen zusammenkommen, stimmte Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Weber dem mit Standortkonferenz, Firmenforen und Gründerstammtischen bereits eingeschlagenen Weg zu. Friedhelm Koch, Vorsitzender der Paderborner Mittelstandsvereinigung, mahnte angesichts schwieriger Rahmenbedingungen mit einer "echten Strukturkrise" die Politik zu Ausgabendisziplin. Es müsse hinterfragt werden, was die Kommune heute noch leisten soll. Man solle gute Rahmenbedingungen schaffen für die Unternehmen, forderte Ulrich Mettenmeier Sprecher des Paderborner Firmenforum, wobei er gleichzeitig darauf verwies, dass bei der Infrastruktur und der Unternehmenspflege schon sehr viel geschehen sei. Als Unternehmer fühle er sich in Paderborn gut eingebunden, bekräftigte Dr. Hans Joachim Herbermann, Geschäftsführer der Firma Claas Industrietechnik. Er wünschte sich wie Dr. Frank Sandforth, Geschäftsführer der Gebr. Lödige Maschinenbau GmbH, und Einzelhändler Ferdinand Klingenthal eine Verbesserung des Images der Stadt. Der Rat habe dies erkannt, berichtete Bürgermeister Heinz Paus. 250.000 Euro seien im Haushalt für die Attraktivitätssteigerung des Wirtschaftsstandortes im Haushalt bereit vorgesehen. Er sei mit Paderborner Unternehmen in guten Gesprächen, um die Außendarstellung zu verbessern, so das Stadtoberhaupt. Eines sei klar, die Stärken des Standortes müssen ins Schaufenster kommen. Unter der Moderation von Thomas Niehoff, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, hatte eingangs Dieter Rehfeld vom Institut für Arbeit und Technik Gelsenkirchen Auszüge aus einer Potentialanalyse zur Wirtschaftsregion Ostwestfalen-Lippe vorgelegt. Stärken sah er dabei in der regionalen Verankerung der Unternehmen, der hohen Fertigungstiefe und der handwerklichen Basis. Schwächen seien unter anderem das ungenutzte Kooperationspotential und die Gefahr des "Lock in", dass sich Unternehmen mitunter zu sehr mit sich selbst beschäftigten. Wichtig für die Zukunft von OWL sei: Stärken besser kommunizieren, mehr Vertrauen in Eigeninitiative und Selbstorganisation, an vorhandene Kompetenzfelder anknüpfen, die Kooperations- und Synergiepotentiale nutzen. Als gelungenen Auftakt für einen intensiveren Dialog mit der Wirtschaft wertete Bürgermeister Heinz Paus das Symposium, das künftig regelmäßig stattfinden wird. Themen für künftige Veranstaltungen sollen unter anderem Schule/Bildung, das Image und das Gründerklima sein.