Im Gespräch mit Paderborns Bürgermeister Heinz Paus

Voll im Plan

Fast genau vor einem Jahr hat der Paderborner Rat den Stadtentwicklungsbericht beschlossen. Erstmals lag damit ein strategisches Programm für einen Zehnjahreszeitraum vor. Was ist aus dem Paderborner Zukunftsprogramm geworden, welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, wo drückt der Schuh noch - all das wollte das PADERBORN-JOURNAL von Bürgermeister Heinz Paus wissen. P.J: Wir wissen alle, dass Papier geduldig ist. Wie geduldig ist das Papier, auf dem der Stadtentwicklungsbericht steht? Er ist auf keinen Fall in der Schublade verschwunden. Von Anfang an habe ich großen Wert darauf gelegt, dass regelmäßig Bilanz gezogen wird, was aus den einzelnen Maßnahmen geworden ist. Ansonsten hätte dieses Papier das Wort Zukunftsprogramm nicht verdient. P.J: Wie ist der Stand der Dinge? Wir haben in dem Bericht 170 Aufgaben, die als dauerhaft anzusehen sind, festgelegt. Dazu kommen 87 kurzfristige, 69 mittelfristige und 36 langfristige Maßnahmen. Nach einem Jahr haben wir gut ein Drittel der kurzfristigen Aufgaben bereits erfüllt. Ein Teil der mittelfristigen Aufgaben wurde bereits angegangen. Wir liegen also voll im Plan. P.J: Welche Aufgaben wurden bereits erledigt? Im Bereich Wirtschaft läuft das Umlegungsverfahren für die Technologiepark-Erweiterung. Das Projekt "Regionales Bildungsmanagement", das die wirtschaftsnahe Berufsqualifizierung fördern soll, wurde ins Leben gerufen. Auch für die Lebensqualität in der Stadt wurde mit der Überarbeitung der Naherholungsgebiete Haxtergrund und Fischteiche einiges getan. Der neue Verwarngeld-Katalog, der beispielsweise für Kaugummispucken und Spielplatzverschmutzungen durch Hundekot Geldstrafen festlegt, hat sich bewährt. Durch die Kontrollen durch die B.O.S.S.-Mitarbeiter ist die Stadt ein Stück sauberer geworden. P.J: Was hat sich in den Bereichen Kultur, Bildung sowie Sport und Freizeit in dem einen Jahr getan? Die Kulturausschüsse des Kreises und der Stadt haben den Plänen zum Neubau der Kammerspiele am Kötterhagen zugestimmt. Der Umzug der Städtischen Musikschule steht unmittelbar bevor. Mit dem 'Kulturanzeiger' und dem Kulturstammtisch sind zwei Instrumente geschaffen worden, die die Kultur in Paderborn voran bringen. Zum neuen Schuljahr werden wir die Offene Ganztagsschule in der Grundschule Kaukenberg als Pilotprojekt einführen. Von der Teilnahme am Bertelsmannprojekt KOMPASS versprechen wir uns für die Schulen der Stadt neue Anregungen. Beim millionenschweren Investitionsprogramm 'Lernstatt Paderborn', bei dem die Schulen mit Hard- und Software ausgerüstet werden, haben wir vor kurzem gerade eine erfolgreiche Halbzeitbilanz gezogen. Beim Sport haben zwei Expertenrunden Vorschläge zu künftigen Organisation der Sportverwaltung in Paderborn gemacht. P.J: Wo hat es gehakt? Das Justizzentrum mussten wir aufgrund der Absage des Landes aus der Planung streichen. Die Umsetzung der Wettbewerbsergebnisse für die Platzgestaltung Am Abdinghof musste aus finanziellen Gründen ein Jahr verschoben werden. Der enge finanzielle Rahmen zwang uns auch dazu, schweren Herzens auf die Seniorenfahrten zu verzichten. Sie werden nunmehr die kostendeckend von der Paderborner Volkshochschule angeboten.