Viel Lob für Paderborner Geoinformationsexperten

Der ganz persönliche Stadtplan

Ein Stadtplan für alle. Fein gefaltet und geknickt. Das war bisher die Regel. Den ganz persönlichen Stadtplan hatte man erst, wenn man ihn am Kiosk erstand. Jetzt gibt's den individuellen Plan im Internet unter "paderborn.de". Vorteil: Hier können sogar die persönlichen Notizen reingeschrieben und diese dann als E-Mail dem Bekannten oder den Geschäftspartnern geschickt werden. Das ist nur ein Beispiel für die Qualität der Geoinformation der Stadt Paderborn, die jüngst auch auf einer Tagung des Bildungswerkes der Deutschen Vermessungsingenieure (VDV) im Heinz Nixdorf MuseumsForum Geoinformatikern aus ganz Deutschland vorgestellt wurde. Die Paderborner erhielten von ihren Kollegen dabei viel Lob. Die Fachgruppe Geoinformation setzte den Schwerpunkt auf aktuelle Projekte aus Kommunen, so dass die Städte Paderborn, Gütersloh, Bornheim sowie die Paderborner GKD und einige ihrer Dienstleister die neusten Entwicklungen aus dem Bereich der Geoinformatik und der raumbezogenen Informationsverarbeitung präsentieren konnten. „Studien haben gezeigt, dass 80 Prozent der Entscheidungen in Kommunalverwaltungen Raumbezug haben. Bei immer schwieriger werdenden Finanzsituation der Kommunen ist das Personal die wichtigste Ressource in der Verwaltung, daher müssen modernste EDV-Infrastrukturen und schnell verfügbare raumbezogene Informationen ein effektives und effizientes Arbeiten unterstützen. Auch die Bereitstellung von so genannten Geoinformationen, wie Stadtplänen, Bodenrichtwertenund Bebbauungsplänen, über das Internet für Bürger und andere Fachbehörden kann zu enormen Zeiteinsparungen und einem verbesserten Bürgerservice führen. Die Anforderungen an Verwaltung und Gesellschaft nehmen ständig zu: Einerseits müssen Planungen besser und umfangreicher erarbeitet und Entscheidungen schneller getroffen werden, andererseits nimmt die hierfür benötigte Datenflut stetig zu. Geoinformationen helfen den Verantwortlichen zeitnah und fachgerecht die Entscheidungen zu treffen“, so Elmar Schröder aus dem Paderborner Vermessungsamt, der die Fachgruppe Geoinformation des VDV-Bildungswerkes leitet. Thomas Kloppenburg von der Stadt Paderborn und Andreas Brodowski von der Stadt Gütersloh präsentierten zusammen mit der Firma Tetraeder den aktuellen Stand eines Projektes des Städte- und Gemeindebundes, das im Bauleitplanverfahren Planungsinformationen und Beteiligungsangebote für Bürger und Träger öffentlicher Belange im Internet bereitstellt. In diesem Projekt stehen ein verbesserter Bürgerservice und die Vereinfachung des umfangreichen Verwaltungsverfahrens zur Aufstellung eines Bebauungsplanes im Vordergrund. Die Stadt Paderborn stellte zusammen mit der Firma BT-GIS und Tensing Geoinformatik den Stadtplan im Internet vor, der sich durch zahlreiche Zusatzfunktionen schon zum Stadtinformationssystem entwickelt hat. Die Einbindung des Apothekennotdienstes, der PESAG-Fahrplanauskunft über die Haltestellen im Plan sowie zahlreiche Themen aus Gastronomie und Freizeit bringen dem Internetnutzer ein Mehr an Information. Außerdem können die Nutzer eigene Texte, Fahrtrouten und Flächen in den Stadtplan eingeben und somit beispielsweise Anfahrtsskizzen problemlos erstellen und über E-Mail verschicken. Das bereits in Paderborn im Einsatz befindliche Auskunftssystem InterALB, welches On-line-Zugriffe auf die automatisierte Liegenschaftskarte und das Liegenschaftsbuch über Inter-nettechnologie ermöglicht, stellten Gerd Schöpplein von der GKD Paderborn und die Firma OSC vor. Auszüge können von den angeschlossenen Gemeinden direkt über einen Browser abgerufen werden. Einfache Bedienbarkeit und schnelle Zugriffszeiten werden von den Anwendern äußerst positiv bewertet. Die Stadt Paderborn hat ihr gesamtes Straßennetz (ca. 500 km) mit einem GPS-gestützten Kamerawagen mit elf digitalen Kameras befahren lassen. Innerhalb der Stadtverwaltung können über den so genannten Cityserver digitale Farbbilder des öffentlich befahrbaren Straßennetzes und alles, was sich in der Umgebung befindet, visualisiert werden. Diese Bilddaten sind vielfältig nutzbar. Sie können helfen, Kosten und Zeit zu sparen und Entscheidungsprozesse zu vereinfachen. „In der Stadtverwaltung greifen etwa 300 Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen auf diese Bilddaten zu. So können Außentermine gespart, die Planungsqualität und Bürgerservice verbessert werden", so Elmar Schröder.