Nahost-Experte vor Paderborner Schülern und im Stadtgespräch

Friedensplan neue Chance

Ist im Nahen Osten Frieden möglich? Welche Chancen hat der neue Friedensplan? Wo liegen die Ursachen für den Konflikt? Fragen, die Paderborner Schüler der Jahrgangsstufen 12 an Dr. Johannes Gerster stellten. Der Nahost-Experte und in Jerusalem lebende Landesbeauftragte der Konrad-Adenauer-Stiftung hatte am Dienstag im Goerdeler Gymnasium und im Theodorianum vor insgesamt mehr als 500 Schülern die aktuelle Lage im Nahen Osten dargelegt. Sein Fazit: Trotz politischer, kultureller, sozialer und religiöser Unterschiede kann auch diese Region zum Ausgleich kommen. Den von der USA, der EU, der UNO und Russland ausgearbeiteten Nahost-Friedensplan sah er dabei als neue Chance. Drei Gründe nannte er für die nun schon über Jahrzehnte währende Auseinandersetzung zwischen der israelischen und der arabisch-palästinensischen Seite. Der tief greifende religiöse Konflikt, der Konflikt des islamischen Fundamentalismus sowie dem Willen beider Seiten zur Bekämpfung durch Gewalt. Es sei die wichtigste Aufgabe die Verantwortlichen beider Seiten durch konkrete Projekte zusammenzuführen. Das mache die Konrad-Adenauer-Stiftung. Zum Abschluss seines Paderborn-Besuchs war Dr. Gerster Gast beim Paderborner Stadtgespräch im Schützenhof, einer von Bürgermeister Heinz Paus ins Leben gerufenen Gesprächsrunde, zu Gast. Vor 100 Zuhörern machte er deutlich, dass die Region faktisch nach wie vor im Krieg lebe. In den letzten zweieinhalb Jahren habe es 3000 Opfer der Gewalt auf beiden Seiten gegeben. Eine lebhafte, insbesondere von einigen Palästinensern sehr emotional geführten Diskussion zeigte deutlich, wie schwierig und sensibel das Thema Naher Osten ist.