Großes Interesse in Paderborn für Qingdao

Das Tor nach China aufstoßen

Mehr als ein Dutzend Flugstunden und einige tausend Kilometer trennen Paderborn und die chinesische Stadt Qingdao. Doch seit dem jüngsten Rathausgespräch sind die ostwestfälische Großstadt und die 2,3 Millionen Großstadt - nach chinesischen Maßstäben mittelgroße Stadt - im Dreieck Korea, Japan und China ein ganzes Stück zusammen gerückt. Nachdem im Oktober die Chinesisch-Deutsche-Technische Fakultät in der 800 Kilometer östlich von Peking gelegenen Industrie- und Messestadt durch maßgeblich Initiative von Prof. Manfred Pahl von der Universität Paderborn gegründet worden war, hatte Bürgermeister Heinz Paus Vertreter von Wirtschaft und Verbänden ins Rathaus eingeladen, um über den weiteren Weg der Zusammenarbeit zu beraten. Die mehr als 50 Gäste zeigten großes Interesse für eine vor allem wirtschaftlich geprägte Zusammenarbeit. Bürgermeister Heinz Paus machte deutlich, wie die Kontakte vertieft und ausgebaut werden können, wobei besonders große wirtschaftliche Chancen für beide Seiten bestünden. Eine von ihm während seines Besuchs in Qingdao anlässlich der Gründung der Chinesisch-Deutschen-Technischen Fakultät mit der chinesischen Seite vereinbarte Absichtserklärung bildet dabei die Basis. Sie sieht neben der engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten den Besuch einer Wirtschaftsdelegation aus Qingdao in Paderborn vor. Außerdem will sich das mit 14 Prozent Wachstum ausgestattete Industriezentrum Qingdao als Wirtschaftsregion in Paderborn präsentieren. Das könnte im Rahmen des China-Tages der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen im Juni des kommenden Jahres stattfinden. Auch eine Paderborner Delegation mit Wirtschaftsvertretern wird die Reise nach China antreten, so die Übereinkunft an diesem Abend. Das Fundament der Beziehungen bilden die Kontakte der beiden Universitäten. So werden etwa 250 chinesische Studenten ihr an der Chinesisch-Deutschen-Technischen Fakultät in Qingdao begonnenes Studium in Paderborn abschließen. Namhafte heimische Unternehmen sagten für diese Studenten bereits Praktika-Plätze zu. Beim Rathausgespräch kamen spontan weitere hinzu. Geplant sind auch ein verstärkter Austausch zwischen den Städten, beispielsweise auf kulturellem Gebiet, Schulpartnerschaften sowie Austauschprogramme für Schüler. Ansprechpartnerin dafür ist Stefanie Wibbe im Partnerschaftsreferat der Stadt unter der Rufnummer 05251/881374. Um die Beziehungen zwischen den Menschen der beiden Städte zu vertiefen und das Verständnis füreinander zu fördern, wird am 24. November um 19.30 Uhr die Deutsch-Chinesische Gesellschaft im Konferenzzimmer des Reismann Gymnasiums wieder ins Leben gerufen werden. Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. Die Initiatoren um Richard Erb und Sigrid Tenge-Erb können dabei auf bereits bestehende Kontakte verweisen. Beispielsweise unterhält das Reismann Gymnasium eine Partnerschaft mit einer Schule in Peking. Firmen, die Kontakte nach Qingdao suchen, können sich an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn unter der Rufnummer 05251/1609053 wenden.