Ausstellung für ältere und behinderte Menschen im Einwohneramt

Wohnberatung kann Umzug ins Heim verhindern

Weil unsere Gesellschaft immer älter wird, wird das „Wohnen im Alter“ mehr und mehr zur Herausforderung. Die überwiegende Mehrheit der alten Menschen lebt meist seit Jahrzehnten in der eigenen Wohnung. Mit zunehmendem Alter verändern sich jedoch die Ansprüche und Bedürfnisse an die Gebäude- und Wohnungsausstattung: Eine Treppe mit drei Stufen wird zum Hindernis, die Benutzung der Badewanne zu beschwerlich, der Balkon aufgrund zu hoher Schwelle nicht mehr genutzt. Durch Maßnahmen der Wohnraumanpassung kann die Wohnsituation mit den veränderten Wohnbedürfnissen wieder in Einklang gebracht werden. Wie das geschehen kann, zeigt die Wohnberatung des KIM-Soziale Arbeit e.V. in einer Ausstellung im Einwohneramt der Stadt Paderborn. Bürgermeister Heinz Paus, der sich von KIM-Geschäftsführer Reinhard Kersting und Projektleiterin Gisela Kriener die Ausstellung vorstellen ließ, hofft, dass sich möglichst viele ältere und behinderte Menschen hier informieren werden. Heinz Paus: „Für die altersgerechte oder behindertengerechte Wohnraumausstattung wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Produkte und Techniken entwickelt, über die diese Informationswand einen Überblick gibt.“ Walter Hermes, Leiter des Einwohneramts der Stadt Paderborn sieht in dieser Ausstellung eine weitere Ausweitung des Bürgerservice. „Wir bieten auf unserem Infoboard ständig aktuelle Meldungen an,“ so Walter Hermes, „dazu kommt jetzt diese Informationswand zu einem ganz speziellen, wichtigen Thema.“ Die Palette reicht vom Einbau einer einfachen Rampe bis zum Plattformlift, von Beseitigung von Stolperfallen im Bad bis zum Einbau einer bodengleichen Dusche. Angesichts der Vielfalt der Möglichkeiten fällt den Betroffenen die Entscheidung für ein Produkt bzw. die bauliche Anpassungsmaßnahme nicht immer leicht. Gisela Kriener: „Hier setzt das Dienstleistungsangebot von Wohnberatungsstellen an: Neben der Beratung zu Produkten und baulichen Maßnahmen unterstützen die Wohnberater unter anderem bei der Einholung von Genehmigungen, beraten zu Finanzierungsfragen, stellen Anträge zur Kostenübernahme an mögliche Kostenträger und begleiten die Älteren bei der Umsetzung der Maßnahme. Älteren oder behinderten Menschen erspart die Wohnberatung vielleicht den Umzug in ein Heim. Den Sozialkassen spart sie Geld für teure Heimunterbringung.“ Seit 10 Jahren werden die Wohnberatungsstellen durch das Land NRW mit einer Basisfinanzierung gefördert. Die Förderung ist jedoch abhängig von der Beteiligung der jeweiligen Kreise und Kommunen. Das Land NRW wird die zurzeit 35 Wohnberatungsstellen in NRW im Doppelhaushalt 2004/2005 weiter fördern. Die Kreis- und Stadtverwaltung Paderborn beteiligen sich gemeinsam mit einem Drittel, ein Drittel muss die Wohnberatungsstelle über Fallkostenpauschalen bei Pflegebedürftigen selber erwirtschaften. Die Ausstellung ist bis 8. Dezember im Einwohneramt, Am Abdinghof 11, (Eingang Marienplatz) zu besichtigen. Telefonische Beratung bietet Frau Gisela Kriener von der KIM Wohnberatung unter der Telefonnummer: 05251-282718 an.