Auszeichnung "Produkt des Monats" geht an Architektenteam Matern und Wäschle

Baukonzept Orga: ein Haus, das flexibel wachsen kann

Entwerfen Sie ein Gebäude für eine Firma, ohne dass feststeht, wie viele Mitarbeiter in das Haus einziehen sollen. Diese Herausforderung hat das Paderborner Architektenteam Matern und Wäschle angenommen. Die Antwort darauf: das Konzept des zukunftsoffenen Gebäudes. Das Baukonzept, eine Struktur von quadratischen Pavillons, welches flexibel wachsen und genutzt werden kann, ist jetzt mit dem Prädikat „Paderborner Produkt des Monats“ ausgezeichnet worden. Bürgermeister Heinz Paus, der gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Hans Laven und seinem Vorstandskollegen Michael Hahn die Präsentation des neuen Produkts des Monats in der Sparkassenzentrale in der Hathumarstraße eröffnete, zeigte sich besonders erfreut darüber, dass bei diesem Projekt ein Paderborner Architektenteam und ein weltweit operierendes Paderborner Unternehmen kooperiert haben. Die Orga Kartensysteme GmbH operiert auf dem Markt der „Smart Cards“ und den dazugehörigen Systementwicklungen. Für den Firmenneubau am Hoppenhof in Paderborn wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem Matern und Wäschle den ersten Preis zugesprochen bekamen. Martin Wäschle: „Bei Projektbeginn stand noch nicht fest, für welche Mitarbeiterzahl das Gebäude künftig ausgelegt sein müsste.“ Dennoch sollten für alle Mitarbeiter optimale Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Der Entwurf antwortet darauf mit dem Konzept des zukunftsoffenen Gebäudes: Eine Struktur von quadratischen Pavillons, welche flexibel wachsen und genutzt werden kann. Beim Baukonzept Orga lagern sich die Arbeitsplätze mit natürlicher Belichtung und Belüftung um den zentralen Kern für die Versorgung und interne Kommunikation an. Kurze Wege innerhalb der Geschossplatten von 31 x 31 Meter führen zu einem äußerst ökonomischen Grundriss, die Staffelung der Baukörper auf dem nur 15.000 Quadratmeter großen Grundstück maximiert den Außenbezug aller Arbeitsplätze. Eva Matern: “Das Systemhaus ist von Anfang an im integrierten Gebäudekonzept mit Haustechniker und Tragwerksplaner entwickelt und in nur 16 Monaten von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung gebracht worden.“ Das Rückgrat zur Unterstützung der natürlichen Klimatisierung bildet die Betonkernaktivierung, welche im Winter wie eine Fußbodenheizung die massiven Decken heizt und im Sommer mit 18 °C sanft kühlt. Die Beleuchtung ist nicht mehr starr in die Decke integriert, sondern erfolgt grundsätzlich indirekt von Stehleuchten aus, welche mit den Arbeitsplätzen mitwandern und außerdem die besten Bedingungen für die Bildschirmarbeit liefern. Eine Holz-Alu Fassade mit Holz-Einsatzflügeln die geschossweise individuell gestalteten Böden unterstützen optisch die Arbeitsplatzqualität. Dabei sind auch ausdrücklich Werkstatt- und Laborbereiche einbezogen, der klassische Gegensatz von Büro und Werkhalle ist aufgelöst zugunsten von multifunktonalen, flexiblen Räumen für die anspruchsvollen Arbeitsplätze der Zukunft. Das eigenständige Kantinengebäude wurde komplett in Stahlrahmen-Konstruktion auf einem Raster von 2,50 x 15,00 m erstellt, um die großen Gemeinschaftsräume stützenfrei zu halten. Großzügige Loggien an den Stirnseiten unterstützen die Verzahnung mit dem allgemeinen Außenbereich, der als grüner Campus die Einzelbaukörper umspült. Das 1996 gegründete Architektenbüro Matern und Wäschle besteht aus Architekten mit abgeschlossenem Hochschulstudium bzw. im Praktikum und dem Sekretariat. Das Team hat zahlreiche Projekte im Hochbau und Städtebau realisiert, erfolgreiche Wettbewerbe bestritten und Gutachten erstellt. Zu den größten Wettbewerbserfolgen zählt der erste Preis beim "Lycos European Headquarters", ihr Entwurf für die Landesvertretung NRW kam in die engere Wahl. Sie sind verantwortlich für Projekte wie die Rathauspassage, die Wohnanlage Fürstenweg, den Kindergarten Wilhelmshöhe und natürlich auch den Neubau für die Orga Kartensysteme GmbH. Dazu kommen noch der Neubau der Zweigstelle Paderborn der Industrie- und Handelskammer Bielefeld, der Neubau des Firmensitzes und eines Hardware- und Bürogebäudes für dSPACE in Paderborn sowie das Projekt am Gut Ringelsbruch, die Umnutzung einer denkmalgeschützten Gutsanlage mit Herrenhaus. Das Leistungsangebot von Matern und Wäschle umfasst alle Tätigkeiten von der Grundlagenermittlung und Projektentwicklung an bis zur Bauüberwachung. Eva Matern: "Eine besondere Kompetenz liegt bei uns in der architektonischen Konzeptentwicklung und Entwurfsarbeit klarer, offener Gebäude." Einer der Schwerpunkte ist die Auseinandersetzung mit den Erfordernissen von modernen Arbeitswelten für die Computer- oder IT-Industrie und die Planung hochflexibler Bürogebäude mit nutzungstypischen technischen Ausstattungen. Martin Wäschle: "Unser Team bezieht seine Stärke aus der kontinuierlich wachsenden Zahl von eigenen Mitarbeitern und der vernetzten Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten, Gebäudetechnikern und Statikern in Konzeptentwicklung und Generalplanung."