Noch bis zum 2. November
Paderborner Ansichten
Bis zum 2. November 2003 zeigt das Museum für Stadtgeschichte aus seinen eigenen Depotbeständen seltene oder noch nicht in der Öffentlichkeit gezeigte Ansichten Paderborns von Künstlern wie Willy Hohmann, Martin Pfannschmidt, Heinrich Jüttenmeier, Hans Weitzner, Josef Struck und anderen. Das Museum im Adam und Eva-Haus hat täglich, außer montags, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Im späten Mittelalter zunächst als Darstellung im Hintergrund religiöser oder historischer Gemälde angesiedelt, konnte sich die Stadtansicht als eigenständige Gattung nach und nach Geltung verschaffen. Eigenständige Gattung wurde die Stadtansicht erst, als sie sich von derart lokal begrenzten Interessen löste und als Illustration Eingang in komplexe Enzyklopädien fand. Epochale Werke sind die Schädelsche Weltchronik (1493), das vielbändige Sammelwerk »Civitates orbis terrarum« von Braun und Hogenberg (1572-1618) sowie die berühmte »Topographia Germaniae« Merians (1643-54). Mit Merians Stichen fand die bis ins späte 18. Jahrhundert für das Genre charakteristische Tendenz ihren Höhepunkt, eine Stadt topographisch genau von einem möglichst günstigen Betrachterstandpunkt aus zu erfassen. Einen grundlegenden Wandel erfuhr die Gattung im Laufe des 19. Jahrhunderts, als ein wachsendes romantisches Interesse und vor allem die neuen Reproduktionstechniken (Stahlstich, Lithographie) einen quantitativ sprunghaften Anstieg der Produktion bewirkten. Die Popularisierung des Genres Stadt- und Landschaftsbilder, das als erschwingliches touristisches Souvenir zunehmend vom Fremdenverkehr, besonders am Mittelrhein, profitierte, bedeutete zugleich das Ende der topographisch genauen Darstellung.