Gelungener Balance-Akt in der Verbindung von Zeichnung und Skulptur
Zeichnungen und Kleinskulpturen von Werner Schlegel im "Bilderbogen"
„Werner Schlegel gelingt der Balance-Akt in der Verbindung von Zeichnung und Skulptur, weil er beiden in ihrer Eigenart Tribut zollt und indem er diese spezifischen Eigenschaften in der Kombination mit dem je anderen bewusst zum Ausdruck bringt.“ Mit diesen Worten charakterisierte die Kunsthistorikerin Gisela Burkamp das, was in der nächsten Zeit Mitarbeitern und Besuchern der Stadtverwaltung ins Auge fallen wird. „Werner Schlegel – Zeichnungen / Kleinskulpturen“ ist der Titel der Präsentation im „Bilderbogen“. Bürgermeister Heinz Paus hatte den Verwaltungsflur in unmittelbarer Nähe der Städtischen Galerie heimischen Künstlern angeboten, um hier ihre Werke zu präsentieren. Die Ausstellungsreihe wird jetzt bis zum 29. Oktober von Werner Schlegel fortgesetzt. Bei der Eröffnung machte Bürgermeister Heinz Paus deutlich, dass der Künstler durch sein Studium, Lehrtätigkeit, zahlreiche Ausstellungen und seinen Wohnsitz Paderborn in vielfältiger Weise verbunden ist. Und seine Skulpturen und Zeichnungen, so Heinz Paus, sind für den „Bilderbogen“ wie geschaffen. Werner Schlegel, 1953 geboren, ist auch überregional ein gefragter Bildhauer mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland. Er arbeitet mit Vorliebe an großen Holzplastiken, deshalb sind die jetzt im „Bilderbogen“ zu sehenden Zeichnungen für viele Betrachter eine neue Erfahrung. In ihrer Einführung wies die Kunsthistorikerin Gisela Burkamp darauf hin, dass Zeichnungen eines Bildhauers gern mit großer Selbstverständlichkeit mit dem Etikett „disegno“ versehen werden. Nur im Ausnahmefall billige man den Zeichnungen auch autonome Existenz zu. Bei Werner Schlegels Arbeiten sehe das anders aus. „Seine zweidimensionalen Arbeiten“, so Gisela Burkamp, „um die es in einer annähernden Betrachtung vorrangig gehen soll, sind als Malerei, als Zeichnung ganz eigenständig, ja sogar so autark, dass sie eine fruchtbare Kommunikation mit dem bildhauerischen Werk pflegen und ihm die Funktion des Dialogpartners einräumen können.“ Mit der malerischen Zeichnung einerseits und dem skulpturalen Opus andererseits werden zwei künstlerische Ausdrucksebenen in spannungsvolle Beziehung gesetzt. Werner Schlegel faszinieren unter anderem die Mitteilbarkeit und die spezifische Eigenart der Materialien, mit denen er ihnen entsprechend umgehe. Gisela Burkamp: „Und da sind die Baumbilder ein ganz wesentliches Beispiel, verbinden sie doch in überraschender und vollkommenen Eintracht Zeichnung, Malerei und Skulptur, oder die Materialien Farbe und Holz und bleiben doch Bild, während in der bildhauerischen Werkgruppe die dialogische Verbindung von Farbe und Holz, von Fläche und Körper Skulptur wird. Werner Schlegel führt sogar auf dicken Holftafeln seine weichen Sequenzen fort. Die Holzblöcke werden von einer Schicht blauer und weißer Kreide überlagert. Aber nicht braune Papierflächen ergänzen das Objekt, sondern in die Farbe gezogene Kerben und Materialspuren legen den brauen Holzgrund bloß. Werner Schlegel führt alle Spielarten der Kommunikation zwischen Untergrund, Farbe und Papier, damit auch zwischen Zeichnung, Malerei und Collage vor. Die Ausstellung ist bis zum 29. Oktober montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr in der Stadtverwaltung, Am Abdinghof 11, zu sehen.