Am 25. September um 19 Uhr
Diskussionsveranstaltung zum „Gender Mainstreaming“
Unter dem Titel „Gender Mainstreaming“ – Ein Ersatz für Frauenförderung? findet am Donnerstag, 25. September 2003, um 19 Uhr ein Vortrag mit anschließender Diskussion im Schützenhof Paderborn statt. In der von der Arbeitsgemeinschaft Paderborner Frauenverbände und der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn organisierte Veranstaltung soll es vorwiegend um die Frage der Umsetzung des „Gender Mainstreaming“ und seiner Abgrenzung gegenüber der traditionellen Frauen- und Gleichstellungspolitik gehen. Als Referentin steht an diesem Abend Frau Prof. Dr. med. Dipl. Soz. Sigrid Michel, Mitbegründerin und stellvertretende Vorsitzende der Genderakademie NRW, zur Verfügung. „Gender Mainstreaming“ bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von Beginn an und kontinuierlich zu berücksichtigen. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass es keine geschlechtsfreie Wirklichkeit gibt und „Gender“, das heißt: die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägte Geschlechtsrolle von Frauen und Männern, sich in allen Lebenslagen auswirkt. Mit „Mainstreaming“ ist der Auftrag gemeint, die unterschiedlichen Interessen und Lebenswirklichkeiten von Frauen und Männern konsequent bei allen Entscheidungen und Maßnahmen zu berücksichtigen. Auf diese Weise soll das strategische Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht werden. Nichts anderes versucht aber auch die traditionelle Frauen- und Gleichstellungspolitik seit Jahrzehnten umzusetzen. Um strukturelle Benachteiligungen von Frauen nachweisen, dokumentieren und Gegenmaßnahmen entwickeln zu können, haben Gleichstellungsstellen und Frauenbüros auch in der Vergangenheit bereits die Situation von Männern als Parameter und Bezugsgröße eingesetzt. Frauen bessere Chancen im Berufsleben zu eröffnen und Männer stärker in die Familienaufgaben einzubinden, sowie alle sozialen und gesellschaftlichen Systeme hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit zu entwickeln, ist seit je her ein Ziel von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. Handelt es sich also bei dem Ansatz des „Gender Mainstreaming“ nur um so genannten „Alten Wein in neuen Schläuchen“ oder tatsächlich um eine sinnvolle Weiterentwicklung bzw. Ergänzung der traditionellen Frauen- und Gleichstellungspolitik? Wer ist für die Implementierung und die Umsetzung des „Gender Mainstreaming“ in den Verwaltungen, den Universitäten und anderen relevanten Institutionen zuständig? Welche Rollen spielen die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in diesem Prozess? All diese Fragen sollen im Rahmen des Fachvortrages von Frau Prof. Dr. Michel mit sich anschließender Diskussion geklärt werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.