Hightech für die Halbleiterbranche Paderborner Produkt des Monats
Hochflexibler Vollautomat dosiert, montiert und bearbeitet
Man findet sie in jedem Handy, Autoradio, Hörgerät oder Fieberthermometer: Elektronische Bauteilegruppen, bei denen auf engstem Raum möglichst viele Funktionen untergebracht werden müssen. Immer dann, wenn Elektronik besonders klein sein muss, werden Halbleiter ohne Gehäuse, so genannte Nacktchips (bare dies), eingesetzt. Hierfür entwickelt und produziert die in Paderborn ansässige Hesse & Knipps GmbH Spezialmaschinen. Dazu zählen insbesondere Bondautomaten, Pick- and Place-Maschinen, Dispenser, Ultraschall-Flip-Chip-Maschinen, Sondermaschinen bis hin zu kompletten Fertigungslinien. Mit dem "Dispenser DJ335" wurde eine dieser Spezialmaschinen zum Paderborner Produkt des Monats September gewählt. Es handelt sich dabei um einen hochflexiblen Vollautomaten zum Dosieren, Montieren und Bearbeiten. Damit können zum Beispiel gebondete (mikroverschweißte) Chips zum Schutz gegen mechanische Zerstörung mit Epoxydharz vergossen werden (Glob-Top-Anwendung). Eine anwenderfreundliche Software hält eine Vielzahl von vordefinierten Mustern bereit, die anhand von wenigen Parametern beschrieben werden. Diese Muster beschreiben die Bahnen, die beim Vergießen der Chips und ihrer Bonddrähte von dem Dosierventil durchfahren werden, und die so ausgelegt sind, dass bei diesem Prozess Lufteinschlüsse vermieden werden. Bei der späteren Produktion wird die zur Verfügung stehende Dispensmasse automatisch über eine Füllstandskontrolle überwacht. Wie Dr. Hans J. Hesse, Geschäftsführer der Hesse & Knipps GmbH, ausführte, habe seine Firma mit der neuen Dispenser-Generation "DJ 335" auf gestiegene Prozessanforderungen reagiert. Neben den gängigen Dispensaufgaben, wie das Auftragen von Klebern oder das Überdecken von Bauteilen, sei das Produkt des Monats auch für eine ganze Reihe hochkomplexer und weitergehender Prozesse bei der Veredlung und Herstellung von elektronischen Bauteilen geeignet. Höchste Präzision werde beispielsweise beim Füllen integrierter Hohlräume in Sensorchips verlangt, deren Volumen nur einige Picoliter beträgt (ein Picoliter ist der tausendste Teil eines milliardstel Liters). Als "Adlerauge" des Dispenser gilt das hochauflösende Bildverarbeitungssystem, das eine mikrometergenaue Chiperkennung gewährleistet. Mit seinem ansprechenden Gehäuse erfüllt der Dispenser die heutigen Sicherheitsanforderungen. Eine eingebaute Absaugung macht die Verarbeitung von gesundheitsschädlichen Medien möglich. Eine hohe Dispensgeschwindigkeit und der mögliche Einsatz von bis zu fünf Ventilen garantieren eine hohe Produktivität. Bürgermeister Heinz Paus, der gemeinsam mit Michael Hahn, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Paderborn, und Sparkassen-Vorstandsmitglied Karl-Heinz Führing die Präsentation des prämierten Produkts in der Sparkassenzentrale in der Hathumarstraße eröffnete, war beeindruckt von der hohen Präzision des Produkts, das in aller Welt zum Einsatz kommt. "Wenn hier Mechanik, Elektronik und Informatik zu einem Spitzenprodukt vereint werden, zeigt das den Entwicklungsgeist am Wirtschaftsstandort Paderborn", so Paus. Michael Hahn regte an, mit diesem Produkt verstärkt auch Kooperationen mit heimischen Firmen einzugehen.