Am 21. September in Schloß Neuhaus
Diskussion über Brunnen
Kann der alte Neptunbrunnen rekonstruiert und wieder aufgestellt werden? Dieser Frage gehen Dr. Norbert Börste und der Bildhauer Wilfried Neisemeier am Sonntag, 21. September von 11.15 Uhr bis 13 Uhr in einem Werkstattgespräch nach. Es findet im Remter und im Innenhof des Neuhäuser Schlosses statt. Das Kulturamt der Stadt Paderborn lädt zu dieser kostenlosen Veranstaltung ein und hofft auf rege Diskussionsteilnahme. Der Innenhof des Neuhäuser Schlosses war der ursprüngliche Standort des „Paderborner“ Neptunbrunnens, der 1590 von dem Bauherrn Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg gestiftet wurde. Als Kurfürst Clemens August von Bayern ( 1719 – 1761) das Schloß barockisieren ließ, stand der Brunnen 1729 bei der Anlage der großen Schlossdurchfahrt im Wege, so dass der Brunnen dort verschwand und wurde dem Domkapitel in Paderborn für den Marktplatz geschenkt. Nach manchen Querelen mit der Paderborner Bürgerschaft, die die Kosten für die Wasserzuleitung nicht übernehmen wollte und nach der Überarbeitung der Anstoß erregenden „nudae statue“ (nackte Figuren aus der griechischen Mythologie ) wurde der Brunnen 1730 auf dem Marktplatz aufgestellt. Der Neptunbrunnen prägte bis zur Kriegszerstörung 1945 das Stadtbild von Paderborn. 1978 wurden bei der Aufstellung des „neuen“ Neptunbrunnens zahlreiche Teile des Brunnens gefunden bzw. befinden sich Fragmente in anderen historischen Bauten Paderborns. Insgesamt sind über 90 % der Brunnenteile vorhanden, so dass eine Rekonstruktion aus kunsthistorischen und denkmalpflegerischen Gründen begründet ist. Seit dem ist die Wiederaufstellung des Neptunbrunnens heftig diskutiert aber nach den Baumaßnahmen der Landesgartenschau 1994 wieder zu den Akten gelegt worden. Im Rahmen eines Werkstattgesprächs wird die Diskussion im Remter von Schloss Neuhaus, wo einige Brunnenteile bereits ausgestellt sind, aus aktuellem Anlass fortgesetzt. Der Bau- und Kunsthistoriker Dr. Norbert Börste führt in die Diskussion ein und der Bildhauer- und Steinmetzmeister Wilfried Neisemeier, wird praktische bildhauerische Vorführungen zur Rekonstruierbarkeit zeigen.