Anstrich am Rathaus

Farben wie zur Entstehungszeit

Warum können die Sandsteine am Rathaus nicht mit Sand gestrahlt und ganz natürlich gelassen oder zumindest mit einer sandsteinähnlichen Farbe gestrichen werden? Diese Frage wurde Bürgermeister Heinz Paus von einer Reihe Bürgerinnen und Bürger angesichts der derzeit laufenden Arbeiten an der Fassade des Rathauses gestellt. Bei der Farbgebung (grau gestrichene Sandsteine und weiße Farbe für die restlichen Flächen) lässt sich die Stadt vom historischen Vorbild leiten. Untersuchungen der Fassade hatten ergeben, dass die Farben Grau und Weiß zur Entstehungszeit Anfang des 17. Jahrhunderts bereits verwendet wurden. Aus Sicht des Denkmalschutzes sind diese Vorgaben bindend. Ein Abstrahlen der Steine mit Sand kam schon deshalb nicht in Betracht, weil diese dadurch beschädigt werden könnten. Aus diesem Grund wird das Rathaus auch künftig in den bekannten Farben die Augen der Paderbornerinnen und Paderborner und ihrer Gäste auf sich ziehen. Das Thema Farben am Rathaus ist nicht neu. Es erregte schon einmal die Gemüter. Im April und Mai 1975 gab es in der Stadt eine breite öffentliche Diskussion darüber. Am 27. Mai vor nunmehr 28 Jahren teilte der damalige Bürgermeister Herbert Schwiete in einer Ratssitzung mit, dass entsprechend des Vorschlags des Landeskonservators die Werksteinteile des Rathauses in einem hellen Grauton gefasst und die Putzflächen in einem gebrochenen Weißton gestrichen werden. Zuvor hatte diese Farbgebung eine vom Rat gebildete Kommission für die Gestaltung der Rathausfassade einstimmig beschlossen.